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Nach der Geburt – Hebamme gibt Antworten auf häufige Fragen

Nach der Geburt – Hebamme gibt Antworten auf häufige Fragen

Was passiert alles nach der Geburt?

Womit ist im Wochenbett zu rechnen? Wie verheilen Geburtsverletzungen? Wie bildet sich der Körper zurück?

Wie entwickelt sich das Baby? Worauf ist bei der Pflege zu achten?

Was sollte man unbedingt zu den Themen Babyschlaf und Fütterung wissen?

Fragen über Fragen tun sich auf. Es ist wichtig, kompetente Antworten zu finden. Schließlich spricht kaum jemand über die ersten Tage oder die ersten Wochen nach der Geburt.

Überglückliche und strahlende Eltern, die gemütlich neben ihrem friedlich schlafenden Baby liegen? Fehlanzeige!

Natürlich sind Eltern glücklich über ihr Baby. Doch vor allem die frisch gebackene Mama ist auch mit der Rückbildung des Körpers, der Wundheilung und weiteren Zipperleins beschäftigt.

Eltern sind zudem mit dem ersten Kind in der Regel sehr unsicher. Also ist Aufklärung vonnöten.

In diesem umfangreichen Beitrag findest du Informationen, Tipps und Hinweise von Hebamme Martina Skofitsch aus dem Hebammenzentrum Graz.

Sie sind in vier große Bereiche gegliedert, die jeweils von der Rückbildung, der Pflege des Neugeborenen, dem Stillen und dem Organisatorischen handeln.

Den ausführlichen Geburtsvorbereitungskurs in insgesamt drei Teilen kann man auch online und interaktiv wahrnehmen.

Wenn du nach einem Geschenk für deine schwangere Freundin suchst, kannst du ihr mit einem Gutschein des Hebammenzentrums Graz sicherlich eine Freude machen.

Nach der Geburt – Rückbildung

Frau hält ihr neugeborenes Baby

Wie die allerersten Tage mit Baby sind, hängt natürlich stark davon ab, wo die Entbindung stattgefunden hat.

Schließlich macht es einen großen Unterschied, ob man sich für die Geburt in einer Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause entschieden hatte.

Frisch gebackene Mütter und Väter möchten meistens so früh wie möglich nach Hause. Im trauten

Heim angekommen, kommen in der Regel jedoch jede Menge Fragen auf.

Nach der Geburt hat der Körper der Mama mit seiner Rückbildung wieder viel zu tun. Nicht nur die hormonelle Umstellung, sondern auch die Heilung des weiblichen Körpers erfordert Geduld, Schonung und Hilfsmittel.

Es lohnt sich auf jeden Fall, eine Nachsorgehebamme zu haben.

Die meisten Mütter sind beruhigt und fühlen sich viel wohler, wenn eine Person mit Fachwissen und Erfahrung bei den ersten Herausforderungen nach der Geburt unterstützt.

Auf folgende Fragen wird im Geburtsvorbereitungskurs von Hebamme Martina Skofitsch eingegangen.

1. Wie lange bleibt man nach der Geburt im Krankenhaus?

Bei einer ambulanten Geburt ist es immer unterschiedlich, wann Mutter und Kind nach Hause gehen.

Das hängt davon ab, wie die Geburt verlaufen ist und wie gut es Mama und Baby geht.

Der Aufenthalt nach der Entbindung kann nur einige Stunden, eine Nacht oder drei bis vier Nächte dauern.

Manche Krankenhäuser in Deutschland sind erst dazu bereit, Mutter und Kind zu entlassen, wenn man eine Hebamme zur Nachsorge hat.

Bereits am ersten Lebenstag des Babys macht im Krankenhaus ein Kinderarzt auch gleich die erste Untersuchung.

Bei der U1 möchte man ausschließen, dass keine Herzfehler vorliegen und das Kind gesund ist.

In Österreich wird am dritten Lebenstag des Kindes auch das Neugeborenenscreening kostenlos durchgeführt.

Dem Baby wird dafür Blut von der Ferse abgenommen. Dieses wird auf 24 Stoffwechselerkrankungen geprüft. In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Wenn man eine Hausgeburt plant, muss man sich neben der Suche nach einer Hebamme auch darum kümmern, dass ein Kinderarzt die U1-Untersuchung macht.

2. Wie oft kommt die Hebamme nach der Geburt?

In Österreich zahlt die Krankenkasse den täglichen Besuch der Hebamme vom ersten bis zum fünften Lebenstag des Babys.

Weitere sieben Hausbesuche bis zur 8. Woche nach der Geburt sind möglich.

In Deutschland hat man bis zum 10. Lebenstag des Babys gesetzlichen Anspruch auf höchstens zwei Hebammenbesuche pro Tag.

Darüber hinaus zahlen Krankenkassen weitere 16 Besuche bis zur 12. Woche nach der Geburt.

3. Wie viel Gewicht verliert man nach der Geburt?

Frischgebackene Mütter können mit einem sofortigen Gewichtsverlust von 6 kg nach der Geburt rechnen.

Kein Wunder, denn das Gewicht des Kindes, der Plazenta und des Fruchtwassers sowie anderer Flüssigkeiten ist in dieser Zahl inbegriffen.

Im Frühwochenbett sorgt die Rückbildung der Gebärmutter, der Abbau des Blutvolumens sowie die Rückbildung von Ödemen dafür, dass man weiter an Gewicht verliert.

Im Spätwochenbett werden auch das Brustdrüsengewebe und das Depotfett abgebaut und reduzieren so das Körpergewicht der Mutter.

4. Was fördert die Rückbildung der Gebärmutter?

Wöchnerinnen tun gut daran, sich im Liegen auszuruhen. So wird nämlich der Blutfluss erleichtert.

Es mag vielleicht seltsam klingen, den Wecker zu stellen, um alle zwei Stunden aufs Klo zu gehen.

Jedoch ist es für die Rückbildung sehr wichtig, dass Blase und Gebärmutter regelmäßig entleert werden.

Außerdem fördern Bettruhe im Wochenbett, die Bauchlage und häufiges Stillen die Rückbildung der Gebärmutter.

Die Gebärmutter ist in der Schwangerschaft wegen dem Baby um das 20-fache der ursprünglichen Größe gewachsen!

Ihr Rückweg zur normalen Größe ist durch Kontraktionen und Nachwehen gekennzeichnet.

Nach einem Kaiserschnitt kann sich die Rückbildung verzögern. Hebammen kontrollieren diesen Prozess täglich.

5. Wie lange blutet man nach der Geburt?

Der Wochenfluss, auch Lochien genannt, besteht zum Teil auch aus Blut. Er entsteht durch Ablösung der Plazenta und Eihäute.

Seine Aufgabe ist, die Heilung der Gebärmutter durch Säuberung und Wundschutz zu unterstützen.

Er verändert sich in Menge und Farbe im Laufe des Wochenbetts. Auf keinen Fall sollte man Tampons verwenden, sondern zu Binden greifen.

Hebamme Skofitsch empfiehlt, beim Kauf der Binden darauf zu achten, dass sie am besten keine Klebeflächen haben.

Sonst könnten sie schnell unangenehm riechen. Außerdem sollte man sie alle zwei bis drei Stunden wechseln.

Bei stark übel riechendem Ausfluss und Fieber sollte man schleunigst den Arzt aufsuchen.

Auch eine plötzlich viel stärkere Blutung oder umgekehrt, wenn sie plötzlich komplett ausbleibt, sollte vom Arzt abgeklärt werden.

6. Wie pflegt man Geburtsverletzungen?

Die Natur hat es so eingerichtet, dass kleinere Risse und Schürfungen von alleine abheilen. Viele Frauen fühlen dabei ein leichtes Brennen.

Frauen sollten viel trinken, um den Harn zu verdünnen, damit es weniger brennt. Nur mit Wasser säubern. Lavendelöl, Kamille und Kalendula leisten zudem sanfte Hilfe.

Wenn es bei der Geburt größere Verletzungen gegeben hat, werden diese unter lokaler Betäubung genäht.

Das ist beispielsweise beim Dammriss oder Dammschnitt der Fall. Die Fäden lösen sich in der Regel von selbst auf.

Die Wunde sollte man am ersten Tag kühlen und immer wieder entlasten.

Mit lauwarmem Wasser spülen und mit Ringelblume oder Eichenrinde behandeln. Hämatome, die außen wie innen auftreten können, brauchen meist eine längere Zeit, um abzuheilen.

Ganz wichtig ist, dass große Schmerzen am besten mit stillverträglichen Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn die Mama nämlich stark leidet, überträgt sich das auch aufs Baby. Das hilft niemandem.

7. Wie pflege ich meine Kaiserschnittnarbe?

Nach dem Kaiserschnitt, vor dem sich viele Frauen fürchten, wird die Narbe sofort mit Wundverband verklebt.

Genäht wird entweder mit selbstauflösenden Nähten oder mit solchen, die gezogen werden müssen. Das passiert dann nach drei bis sieben Tagen.

Es können sich Hämatome um die Naht bilden. Sie sind aber meistens unbedenklich und verschwinden nach einigen Tagen von alleine wieder.

Falls die Narbe auffällig rot wird, eitert, brennt oder blutet, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Meistens führen gewöhnliche Höschen zu Reibung an der Narbe, was natürlich weder gut noch angenehm ist.

Deshalb sollte man Baumwollhosen mit hohem Bund oder Netzhosen anschaffen.

Die Narbe kann mit Wasser und auch mit Ringelblumenessenz gespült werden, um sie sauber zu halten.

Auch hier gilt: Wenn die Wunde zu sehr schmerzen sollte, besser zu vom Arzt verschriebenen Schmerzmitteln greifen, als an großen Schmerzen leiden.

8. Was passiert mit den Brüsten nach der Geburt?

Zwischen dem dritten und fünften Tag setzt nach der Geburt der Milcheinfluss ein.

Vor dem Stillen kann man die Brüste mit feuchter Wärme behandeln. Es können Umschläge genutzt werden. Auch kurzes Duschen oder das Tauchen der Brüste ins Wasser hilft.

Die Milchbildung wird auch durch eine Brustmassage angeregt. Die Brust schütteln und den Warzenvorhof entleeren, damit das Baby die gesamte Brustwarze besser erfassen kann. Vor allem sollte das Kind früh und häufig angelegt werden.

Nach dem Stillen tun Mütter gut daran, die Brüste zu kühlen. Ein Topfen- bzw. Quarkwickel oder ein kühler Umschlag lindern eventuelle Schmerzen und hemmen Entzündungen.

Ein bewährtes Hausmittel ist Weißkohl. Bevor dieser an die Brust kommt, sollte er erstmal angeritzt und angeklopft werden. Nur so werden die hilfreichen Enzyme daraus aktiv.

9. Wann verschwinden Krampfadern und Ödeme nach der Geburt?

In der Regel bilden sich Krampfadern zusammen mit den Hormonen und der Gebärmutter zurück.

Allerdings bedeutet das keinen kompletten Rückgang. So wie vor der Schwangerschaft wird es nicht mehr sein.

Ödeme können sich nach der Geburt verstärken oder auch neu auftreten.

Der weibliche Körper wird sie durch verstärkten Harndrang und Schwitzen wieder los.

Eine eiweißreiche Ernährung hilft, diesen Prozess zu unterstützen. Auch Fußbäder mit Kastanien-Aufguss sind hilfreich.

10. Wie lange Bauchmuskeln schonen nach der Geburt?

Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Der Frauenarzt und die Nachsorgehebamme überwachen die Rektusdiastase.

In den ersten Wochen nach der Geburt sollte man seitlich aufstehen und auf keinen Fall schwere Gegenstände heben.

Der Bereich der Bauchmuskeln fühlt sich nach der Geburt leer an, denn sie sind gedehnt.

Während der Schwangerschaft kommt es oft zur Rektusdiastase. Dabei weichen die geraden Bauchmuskeln auseinander, um dem Baby Platz zu schaffen.

Manche Frauen möchten so schnell wie möglich nach der Geburt abnehmen und ihren alten Körper wiederhaben. Wer jedoch zu früh mit dem Bauchmuskeltraining anfängt, riskiert eine Verschlechterung der Lage.

Es ist sehr wichtig, auf die Hebamme oder den Arzt zu hören und mit jeglichem Training zu warten, bis man das grüne Licht bekommt.

Zuerst muss sich nämlich der Beckenboden zurückbilden.

11. Was ist gut für den Beckenboden nach der Geburt?

Nach der Geburt sollte man unbedingt einen Rückbildungskurs machen.

Auf die Beckenbodenmuskulatur achten wir im Alltag meistens nicht. Dabei erfüllt der Beckenboden wichtige Aufgaben.

In der Schwangerschaft ist er besonders belastet, da er die inneren Organe stützt und das Baby hält.

Durch die Schwangerschaft und die Geburt wird er gedehnt. Bei der Rückbildung sollte man sehr behutsam und geduldig vorgehen.

Mit leichten Übungen kann man ab etwa dem dritten Wochenbetttag anfangen.

Die Beckenbodenmuskulatur droht nämlich langfristig so schwach zu werden, dass es zu sehr unangenehmen Beschwerden wie Schmerzen, Harninkontinenz und Schwierigkeiten mit der Darmkontrolle kommt.

Rückbildungsgymnastik hilft dabei, dieser ungünstigen Entwicklung vorzubeugen.

Ein Training des Beckenbodens unterstützt auch die Haltung. Hebamme Skofitsch zeigt im Geburtsvorbereitungskurs Übungen, die man machen kann, ohne dass es überhaupt jemand merkt.

12. Wie lange muss ich mich nach der Geburt schonen?

Man spricht in der Regel von neun Monaten Rückbildung. Die körperlichen Veränderungen nach der Geburt sind beachtlich. Die erste Zeit im Wochenbett ist keine Idylle.

Sportliche Mütter sollten dem Körper genügend Zeit geben, um sich zu erholen und zu regenerieren. Aber auch das ist höchst individuell.

Deine Hebamme wird dich am besten beraten können, falls du dich beispielsweise fragst, wann du wieder mit dem Joggen anfangen kannst.

13. Wie geht es der Mutter nach der Geburt?

Etwa 60 % bis 80 % der Frauen erleben ab dem dritten bis sechsten Tag intensive Gefühle.

Dabei kommen Stimmungsschwankungen vor, die von Euphorie bis zur Niedergeschlagenheit reichen.

Auch sind frisch gebackene Mamas in diesem Zeitraum mal besonders aktiv, mal sehr müde.
Oft kommt es auch zum sogenannten Baby-Blues.

Das Stimmungstief ist eine leichte Form der depressiven Verstimmung. Als Ursachen steckt die Verarbeitung der Geburt, die

Hormonumstellung und Schlafmangel dahinter.

Nach ungefähr einer Woche klingt der Baby-Blues auch ohne Behandlung wieder ab.

Um dieses unangenehme Stimmungstief zu überwinden, sind Gespräche mit dem Partner, der Hebamme, Mutter oder einer guten, erfahrenen Freundin meist hilfreich.

Die Unterstützung des Partners ist besonders wichtig.

14. Wie häufig ist postnatale Depression?

An Wochenbettdepression leiden 10 % bis 30 % der Frauen.

Die Krankheit tritt nach der Geburt ein und dauert in der Regel ein Jahr lang.

Sie ist mit dem Baby-Blues, der nach wenigen Tagen von selbst ausklingt, nicht zu vergleichen und sollte unbedingt therapeutisch behandelt werden.

Anzeichen für eine postpartale Depression sind vor allem ein Gefühl der Leere, keine Freude am Kind, plagende Schuldgefühle und kein Bedürfnis nach körperlicher Nähe.

Die Betreuung des Kindes und der Haushalt sind kaum zu bewältigen.

Als Ursachen heben Fachleute ungünstige soziale Faktoren, zu hohe Selbstanforderungen und ungünstigen Umgang mit Stress vor. Zur Diagnose kommt man in Gesprächen mit Ärzten,

Hebammen und Sozialarbeiterinnen.

Dabei wird der EPDS-Fragebogen (Abkürzung für Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala) herangezogen, um die Stimmungs- und Gemütslage der letzten Tage zu erfassen.

Betroffenen Müttern hilft Verständnis, Entlastung und die Unterstützung durch Fachpersonal und Selbsthilfegruppen sowie Medikamente.

Der Gang zum Psychiater und Psychotherapeuten ist auf jeden Fall sehr ratsam.

Mütter, die an unbehandelter Wochenbettdepression gelitten haben, berichten nämlich davon, dass sie keine schönen Erinnerungen an ihr Kind im ersten Lebensjahr hatten. Sie erleben diese schwere Zeit wie durch einen grauen Schleier.

Um das zu verhindern, sollten Betroffene unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine Wochenbettdepression ist nicht anders zu betrachten als beispielsweise eine Rektusdiastase oder eine andere, organische Krankheit.

Sie ist kein Zeichen von Schwäche und bedeutet auf keinen Fall, dass die Betroffene eine schlechte Mutter ist.

Nach der Geburt – Pflege des Babys

Frau, die ihr neugeborenes Kind im Schoß hält

Auch für den Umgang mit dem zierlichen Neugeborenen brauchen Eltern Aufklärung und Tipps.

Besonders dann, wenn es ihr erstes Kind ist. Manche Eltern haben Angst, es falsch anzufassen oder zu baden. Manche fürchten, dass ihr Kind zu viel oder zu wenig Nahrung bekommt.

Hebammen können Eltern diese Unsicherheiten nehmen.

Wenn man selbst keine Erfahrung mit Säuglingen hat, kann man über die gezielten Handgriffe und die selbstverständliche Art, wie sie mit Babys umgehen, nur staunen.

Auch im Geburtsvorbereitungskurs wird sichtbar, wie hilfreich Hebammen sind.

Ihr Fachwissen und ihre Erfahrung stellen die eigenen Unsicherheiten in den Schatten.

Das ermöglicht mehr Entspannung und nimmt einem viel von der Angst.

Hier stelle ich Antworten und Hinweise aus dem Geburtsvorbereitungskurs des

Hebammenzentrums Graz vor, geleitet von Frau Martina Skofitsch.

1. Warum nehmen Neugeborene nach der Geburt ab?

Babys nehmen in den ersten Tagen nach der Geburt an Körpergewicht ab, was die Eltern nicht beunruhigen sollte.

Das liegt hauptsächlich an seinen Ausscheidungen, dem unreifen Darm, an Verdunstungen und Anstrengungen, die mit der ersten Anpassung ans Leben außerhalb des Mutterleibs zusammenhängen.

Das Gewicht des Kindes wird durch Hebammen und im Krankenhaus kontrolliert.

Eine Zunahme an Gewicht beim Baby ist etwa ab seinem fünften Lebenstag zu erwarten.

Das Kind sollte sein ursprüngliches Geburtsgewicht bis zum zehnten, spätestens bis zum 14. Tag nach der Geburt wieder erreicht haben.

Ansonsten sollte die Gewichtszunahme des Kindes von der zweiten bis zur achten Lebenswoche innerhalb der eigenen Perzentile liegen.

Auch später spielen Perzentilenkurven und der Body-Mass-Index-Wert übrigens eine wichtige Rolle bei Zweifeln, ob ein Kleinkind sich gut entwickelt oder vielleicht an Übergewicht leidet.

2. Wie sieht der Stuhl bei Neugeborenen aus?

Der Stuhl des Babys heißt am Anfang Mekonium, ist von schwarz-grünlicher Farbe und hat eine klebrige Konsistenz.

Daraufhin folgt der Übergangsstuhl, der bräunlich ist. Ab dem fünften Tag kann man den Milchstuhl erwarten, der goldgelblich und streichfähig bis flüssig ist. Mütter vergleichen ihn oft mit Senf und Topfen.

Was die Häufigkeit angeht, kann man in den ersten sechs Wochen jeweils einen Stuhl pro Tag erwarten.

Bitte nicht wundern, wenn auch während des Essens Stuhl abgesetzt wird!

Es ist auch kein Grund zur Beunruhigung, wenn das Baby während seiner Wachstumsschübe im ersten Jahr ab und zu keinen Stuhl hat.

Solange das Kind einen entspannten und friedlichen Eindruck macht, ist alles in Ordnung.

3. Wie viel Pipi macht ein Neugeborenes?

Beim Urin sind täglich sechs bis acht Harnausscheidungen üblich. Natürlich gilt, dass mehr Harn ausgeschieden wird, je mehr Milch das Baby trinkt.

In manchen Windeln sammelt sich auch mehr als ein Harn, was die Windel entsprechend schwer macht.

Manche Babys stören sich nicht daran, andere schon. Dementsprechend sollte man dann etwas öfter die Windel kontrollieren und wechseln.

Manchmal kommt ein sogenanntes Ziegelmehlsediment vor. Dabei hat der Harn einen deutlichen orangenen Farbstich.

Eltern erschrecken oft beim Anblick der Windel, aber keine Panik, das ist kein Blut!

Diesen Urin nennt man umgangssprachlich auch Ziegelmehl, da er an den rötlichen Staub von Ziegeln erinnert.

Hinter der auffälligen Farbe stecken harmlose Harnkristalle aus der Niere und ist völlig normal.

4. Was muss ich beim Wickeln von Neugeborenen beachten?

Man kann tatsächlich versuchen, mit dem Baby windelfrei zu sein.

Dafür lernt man, das Baby abzuhalten, also in einer bequemen Position über dem Waschbecken, einem Topf, der Toilette oder Ähnlichem ausscheiden zu lassen.

Auch wenn vielen Eltern diese Vorstellung sehr seltsam erscheint, so ist das Abhalten ganz natürlich und in vielen Kulturen normal.

Es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn das Baby an Bauchschmerzen und Blähungen leidet. Verschiedene Techniken unterstützen das Baby beim Vorgang des Entleerens und verschaffen Erleichterung.

Ansonsten wissen die allermeisten Eltern, dass es Stoffwindeln (auch Mullwindeln genannt) und Einwegwindeln gibt. Bei Stoffwindeln gibt es verschiedene Falttechniken, die von Hebammen erklärt werden.

Mullwindeln haben mehrere Vorteile: Sie sind viel umweltfreundlicher und wachsen mit den Kindern mit.

Zudem werden Kinder meistens früher windelfrei, weil sie die Nässe in Stoffwindeln spüren.

Es kann aber eine Weile dauern, bis man die richtige Passform für das Kind gefunden hat. Auch das häufige Waschen ist ein Nachteil.

Eltern müssen nach der Geburt feststellen, dass auch das Thema Einwegwindeln viele Fragen aufwirft. Wie man die richtige Größe und das passende Modell für sein Kind findet, ist eine davon.

Einwegwindeln haben ganz klar den Vorteil, dass sie nicht gewaschen werden.

Das spart zwar Zeit, schlägt sich aber aufs Geld nieder. Außerdem belasten wir mit dem vielen Müll die Natur.

Heute gibt es auch ökologische Formen, die weniger Inhaltsstoffe aufweisen.

Einwegwindeln kann man auch als Reserve bei anderen Wickelformen nutzen.

5. Wann fällt der Bauchnabel bei Neugeborenen ab?

Das Baby hat nach dem Abnabeln einen Band, Ring oder eine Klemme auf dem Nabelschnur-Rest.

Dieser fällt in der Regel zwischen dem fünften und dem neunten Lebenstag des Babys ab.

Auch wenn es später passiert, ist das kein Grund zur Sorge. Schließlich hängt das von der Dicke der Nabelschnur ab.

Bei der Windel sollte man darauf achten, dass sie entweder über oder unter dem Nabelrest liegt.

Bitte keine Panik, wenn beim Abfallen ein paar Blutstropfen auftreten, das ist völlig normal!

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Stelle zu pflegen. Bitte keine Zusätze wie Desinfektionsmittel, Puder, Salben und Ähnliches nutzen! Stattdessen am besten vorsichtig darauf etwas Muttermilch tupfen.

Das Wichtigste ist, den Nabel trocken zu halten und vor dem Reinigen die Hände zu waschen.

6. Wann tritt Gelbsucht bei Neugeborenen auf?

Nicht erschrecken, wenn nach dem dritten Lebenstag eine Gelbfärbung der Babyhaut vorkommt.

Das passiert sogar bei fast allen Kindern. Meistens steigt die gelbliche Färbung bis zum fünften oder sechsten Tag an, fällt dann aber auch rasch wieder von alleine ab.

Das Kind warm halten, stillen, Lebertee trinken und genügend Tageslicht aussetzen sind Gegenmaßnahmen, die man ergreifen kann.

Die Ursachen dieses Phänomens sind zu viele Blutkörperchen, die das Baby nach der Geburt wieder loswerden muss, da nicht alle weiter gebraucht werden.

Dabei entsteht der charakteristische Farbstoff, der in der Leber abgebaut werden soll. Allerdings ist die Leber von Neugeborenen nicht in der Lage, eine große Menge davon zu verarbeiten.

Also sammelt sich der Farbstoff vorübergehend in den Augäpfeln und in der Haut an. Eine erhöhte Konzentration dieses Stoffes geht neben der Gelbfärbung auch mit weiteren Symptomen einher: Das Kind wirkt müde, trinkt wenig und es gibt nur wenig Ausscheidungen.

Hohe Werte müssen auf jeden Fall therapiert werden. Dafür bringt man das Kind ins Krankenhaus, wo es mit speziellem blauen Licht behandelt wird.

7. Was tun, wenn das Baby verklebte Augen hat?

Bei den Augen ist keine besondere Pflege nötig. Wenn sie verklebt sind, macht man sie am besten behutsam von außen nach innen sauber.

Früher hat man Kamillentee genutzt, um oft verklebte Babyaugen zu behandeln.

Heute greift man aber zu Augentrost-Zusätzen, da herausgefunden wurde, dass Kamille die Schleimhäute austrocknet.

8. Wieso niesen Babys oft?

Was die Nase angeht, so braucht man sich um das Niesen des Babys keine Sorgen zu machen.

Auf diese Weise wird nämlich Fruchtwasser aus dem kleinen Körper entfernt und die Nasenschleimhaut gereinigt.

Beim Schniefen sollte man aber aufhorchen, denn das ist ein Anzeichen für angeschwollene und trockene Schleimhäute.

In solchen Fällen hilft es, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Nase kann mit isotonischer Kochsalzlösung oder noch besser mit Muttermilch behandelt werden.

9. Wie erkenne ich, ob mein Baby Soor hat?

Im Mund von Neugeborenen ist ein weißlicher Zungenbelag zu beobachten, der aber harmlos ist und von der Milch kommt.

Wenn er sich aber kaum wegwischen lässt und Punkte oder ganze Flächen der Zunge mit weißlichem Belag bedeckt sind, handelt es sich wahrscheinlich um Mundsoor.

Das ist eine zwar unangenehme, aber harmlose Pilzinfektion. Man kann dem Säugling mit einer Ratanhia-Lösung und mit Rosenhydrolat Linderung verschaffen.

Stillende Mütter sollten unbedingt die Brust vor und nach den Stillmahlzeiten mit Wasser spülen.

Sonst überträgt sich der Soor von der Brust wieder aufs Kind und umgekehrt. Oft kommt es jedoch zum Stillstreik, da das Kind leidet.

Außerdem sollte die Brust stets gelüftet werden, da die Pilze frische Luft gar nicht mögen. Darüber hinaus wechselt die Mama am besten ihre Stilleinlagen häufig.

Für die befallene Brust sind ebenfalls Rosenhydrolat sowie Lavendel, Calendula und Natronpaste zu empfehlen.

Um sicherzugehen, dass die Pilzinfektion bekämpft wird, sollen Eltern auf jeden Fall Hebamme oder Kinderarzt zurate ziehen.

Sonst könnte sich die eigentlich harmlose Infektion auch auf die Speiseröhre des Kindes ausbreiten.

10. Warum darf man Neugeborenen nicht die Fingernägel schneiden?

schlafendes Baby, das die Hand der Mutter berührt

Bei Neugeborenen werden die kleinen Nägel anfangs nicht geschnitten. Nagel und Nagelhaut sind in den ersten sechs Wochen nämlich noch sehr verletzlich.

11. Wie pflegt man die Haut von einem Neugeborenen?

Bei der empfindlichen Babyhaut hat man stattdessen wesentlich mehr zu tun.

Die Hautfalten sollte man täglich kontrollieren. Zwischen jeder einzelnen Falte macht man sauber und trocknet auch wirklich jede Stelle gut ab.

Da die Haut von Neugeborenen ja einen eigenen Schutz aufbauen muss, wird Eltern davon abgeraten, Pflegeprodukte zu benutzen.

Mit lauwarmem Wasser macht man dagegen nichts falsch.

Eltern erschrecken, wenn sie in den ersten zwei bis drei Wochen beobachten, dass sich die Haut ihres Babys schält. Das ist aber normal, denn so wird die oberste Hautschicht abgestoßen und erneuert.

Man kann die Babyhaut bei der Abheilung unterstützen. Wenn sie zu trocken ist, kann man ggf. zu bestimmten Pflegeöls greifen.

Muttermilch tut es aber auch und ist, wie bei so manch anderen Wehwehchen, die beste Medizin.

Was Eltern oft noch beunruhigt, ist Neugeborenen-Akne. Diese tritt plötzlich auf, verschwindet aber auch wieder von alleine.

Bemerken Eltern jedoch flache, aber grünlich-gelb gefärbte Bläschen, handelt es sich um Eiterpusteln. Dann wird ein Gang zum Kinderarzt fällig.

12. Ist es normal, dass die Genitalien meines Babys so geschwollen sind?

Auch im Genitalbereich von Neugeborenen tut sich was. Nach der Geburt sind die Genitalien nämlich oft angeschwollen.

Wieder ist das aber kein Grund zur Sorge, denn das bildet sich in der Regel in den ersten Tagen wieder zurück.

Bei Mädchen spricht man außerdem noch von der sogenannten “Mini-Pubertät”.

Tatsächlich kommen aus der kleinen Scheide einige Blutstropfen hervor. Auch aus der Brust tropft “Hexenmilch”.

Dahinter stecken die Schwangerschaftshormone, die das Kind noch von der Mama hat. Auch das ist also unbedenklich.

13. Wie reinigt man den Po des Babys?

Das kindliche Gesäß reinigt man mit lauwarmem Wasser. Dabei kann man Feuchttücher oder auch Waschlappen nutzen. Letztere dann aber täglich unbedingt wechseln und reinigen.

Es sollten bitte keine Cremes und kein Puder zum Einsatz kommen! Gegen einen wunden Po hilft Prophylaxe.

Außerdem soll man den Babypo auch gut lüften und trocken halten. Auch hier hat sich Muttermilch als bestes Pflegemittel bewährt.

Man kann aber auch Ringelblumen-Essenz, Schwarztee und Eichenrinden zur Linderung nutzen.

Zusätzlich kommen bestimmte Wundsalben und Heilwolle infrage, die man aber nicht mischen soll.

14. Wie oft muss man ein Neugeborenes waschen?

Ein Neugeborenes wird nicht häufiger als ein bis dreimal pro Woche gebadet.

Vor allem anfangs dient das Baden eher der Entspannung als der Reinigung. Auch wenn der Nabelschnur-Rest noch nicht abgefallen ist, kann man den Säugling baden.

Dann verzögert sich aber die Trocknung. Zwar empfehlen manche Kinderärzte, bis nach Abfall der Nabelschnur zu warten, doch die Studienlage ist diesbezüglich noch unklar.

Manche Eltern haben große Angst, etwas falsch zu machen. Wenn man keine Hebamme hat, die einem mit Rat und Tat zur Seite steht, kann man das frühe Baden auch sein lassen.

Wer sich aber doch dafür entscheidet, sollte erstmal alles gut vorbereiten. Als Badegefäß eignen sich Wäschewanne, Waschbecken und Badeeimer ganz gut.

Die Wassertemperatur sollte 36 bis 37 Grad Celsius betragen. Es kommt neben bloßem Wasser fürs Baden nur noch Muttermilch als Zusatz infrage.

Handtuch, Gewand und Windel sind in Reichweite und es wurde überprüft, ob es vielleicht Zugluft im Raum gibt. Die ist nämlich unbedingt zu vermeiden.

Das Baby wird zuerst mit den Füßen zügig ins Wasser getaucht und die erste Reaktion des Kindes kurz abgewartet.

Das bereitet das Kleine auch darauf vor, dass etwas Neues passiert.

Wenn das Baby ins Wasser getaucht wird, sollen alle nassen Körperteile im Wasser bleiben.

Hebamme Skofitsch illustriert, wie man das Neugeborene dabei am besten hält. Wichtig ist, dass das Köpfchen mit der Hand gut gestützt wird.

Es genügt völlig, das Kind mit der freien Hand zu waschen. Am Anfang sollte das Baden nicht mehr als 5 Minuten dauern.

Danach hebt man das Kind schnell heraus und trocknet es behutsam, aber gut ab. Abschließend überprüfen, ob alles sauber und trocken ist.

15. Wie lange dürfen Neugeborene am Stück schlafen?

Bei Neugeborenen sollten es höchstens vier bis fünf Stunden Schlaf am Stück sein.

Zu langes Schlafen am Stück ist nämlich auffällig und kann beispielsweise auf Gelbsucht hindeuten.

Es gibt im Bauch der Mama keinen Tag-und-Nacht-Rhythmus. Also muss sich der Säugling nach der Geburt erst daran gewöhnen und einen Schlafrhythmus erlernen.

Es gibt verschiedene Typen von Babys. Manchen gelingt diese Gewöhnung schnell.

Andere wiederum sind richtige kleine Nachteulen und kriegen erst später die Kurve hin. Dem Kind sollte man genügend Zeit lassen, bevor man an eine Schlafberatung denkt.

Es hilft, mehr über den Babyschlaf zu erfahren, um selbst ein Gefühl der Sicherheit und Orientierung zu bekommen.

Viele Eltern fragen sich zum Beispiel, wann ihr Baby durchschlafen wird. Vor dem sechsten Lebensmonat ist das nicht zu erwarten.

Neugeborene schlafen seichter als Erwachsene und träumen mehr. Sie haben andere Schlafzyklen, in denen REM-Phasen überwiegen.

Zu langer und tiefer Schlaf ist nicht gut und erhöht, wie auch die Bauchlage beim Schlafen, das Risiko vor dem plötzlichen Kindstod.

Um das Lernen des Schlafrhythmus zu erleichtern, helfen dem Kind Abendrituale und ein angemessenes Stillverhalten. Auch nachts sollten Eltern nur in ruhiger Stimmlage sprechen und das Licht ausgeschaltet lassen.

Mit der richtigen Unterstützung hilft man dem Baby auch, ruhiger zu schlafen.

Manche Eltern sind darüber besorgt, dass ihr Kind nur auf dem Arm schläft. Manchmal liegt es daran, dass es bei seichtem Schlaf einfach gerne bei Mama und Papa ist. Da kann man versuchen, das Bett vor dem Ablegen vorzuwärmen.

16. Wann Baby ins Beistellbett?

In Österreich lautet die Empfehlung, Neugeborene gleich nach der Geburt im eigenen Bettchen schlafen zu lassen, um keinen plötzlichen Kindstod zu riskieren.

Auch Überwärmung ist diesbezüglich zu vermeiden. Also sollte die Schlaftemperatur etwa 18 bis 20 Grad Celsius betragen.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) drückt eine andere Empfehlung aus: Baby sollten nicht vor dem dritten Lebensmonat im eigenen Bett schlafen, sei es auch das Beistellbett.

Im Elternbett muss man darauf achten, dass die Eltern dem Kind zugewandt schlafen, das Baby in der Rückenlage bleibt, ein gutes Wärmemanagement herrscht, um Überhitzung zu vermeiden, eventuelle Haustiere keinerlei Zugang zum Bett haben und ggf. ältere Geschwister nicht neben dem Baby schlafen.

17. Warum ist Interaktion mit dem Neugeborenen wichtig?

Babys haben ein Grundbedürfnis nach Körperkontakt und Nähe.

Stillen und viel Kuscheln sollten also selbstverständlich an der Tagesordnung sein. Aber es ist auch wichtig, mit dem Baby zu sprechen und zu interagieren.

Das stärkt das Urvertrauen des Kindes und verhilft ihm später zu mehr Selbstständigkeit.

Anders als manche Eltern heute immer noch denken, bedeutet eine prompte und adäquate Reaktion auf das Baby kein Gewöhnen und Verwöhnen.

Das Kind lernt nicht, dass es seinen Willen durchsetzen kann. Dazu ist es noch gar nicht fähig! Stattdessen lernt es, dass auf seine Bedürfnisse und Äußerungen reagiert wird.

Wenn einem Baby solche Reaktionen entzogen werden, meldet es sich nicht mehr.

Das bedeutet aber nicht, dass es geschafft hat, sich selbst zu regulieren!

Es hat nur gelernt, dass einfach niemand reagiert. Das heißt tiefe Resignation und kann auf keinen Fall gut sein.

Die Bindung zwischen Eltern und Kind ist von enormer Wichtigkeit für die Entwicklung des Babys.

Nach der Geburt – Stillen

Frau stillt ihr neugeborenes Baby

Rund ums Thema Stillen gibt es viele Unsicherheiten, Fragen und Irrtümer.

Eins vorweg: Mutter und Kind sind von der Natur mit allem ausgestattet, was man fürs Stillen braucht.

Das Wachstum und die Vorbereitung der Brust auf das Stillen fängt bereits in der Schwangerschaft an.

Oft bilden sich dann auch schon erste kleine Milchmengen. Allerdings geht es mit der eigentlichen Milchbildung nach der Plazentageburt los.

Bei der Mama macht sich der Aufrichtungsreflex der Brustwarzen bemerkbar, der durch Kälte oder Berührung ausgelöst wird.

Wenn das Baby angelegt wird, schüttet der Körper der Mama das Hormon Prolaktin aus, das die Milchbildung anregt.

Dem Baby hat die Natur Reflexe mitgegeben, damit es mit dem Stillen klappt. Sein starker Überlebensinstinkt löst den Suchreflex aus.

Dieser äußert sich durch die Bewegungen des Köpfchens, wenn das Baby auf der Suche nach Brust und Brustwarze ist.

Das Saugen erfordert wellenförmige Bewegungen der Zunge gegen den Daumen. Das Schlucken ist eine Herausforderung, da es mit der Atmung koordiniert werden muss. Der Säugling hat das Schlucken bereits im Bauch der Mama mit Fruchtwasser geübt.

1. Wann erstes Anlegen nach der Geburt?

Idealerweise sollte das Neugeborene innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt angelegt werden.

Das Kind sucht in der Regel auch selbst aktiv, denn es riecht die Brust. Den Suchreflex kann man meistens gut erkennen.

Damit das Baby richtig angelegt wird, werden Mutter und Kind von einer Hebamme unterstützt.

Dabei wird die Brust erstmal massiert. Erste Milchtropfen werden meist durch Ausstreichen und per Hand gewonnen.

Falls das erste Anlegen nicht gleich möglich ist, sammelt man das sogenannte Kolostrum oder die Vormilch.

Später kann ein Rebonding zwischen Mama und Baby stattfinden. Es ist ratsam, früh mit dem Abpumpen zu beginnen, um die Milchbildung anzuregen.

2. Wie legt man das Baby richtig an?

Mama und Baby sollten Bauch an Bauch positioniert sein.

In einer guten Seitenlage hat die Mutter eine aufrechte Haltung. Das Kind liegt am besten so, dass Ohr, Schulter und Hüfte in einer Linie sind. Auf diese Weise ist es sowohl für die Mama als auch für das Baby angenehm.

Es ist sehr wichtig, dass das Baby nicht nur die Brustwarze, sondern auch den Warzenhof in den Mund nimmt. Beim richtigen Saugen hat das Kind einen Fischmund.

Auffälligkeiten im Mundbereich des Kindes oder an der Brustwarze können das Stillen erschweren und beeinträchtigen. Hebammen und Ärzte schaffen dann bei Stillproblemen Abhilfe.

3. Welche Vorteile hat das Stillen?

Muttermilch ist mit Abstand die beste Zusammensetzung für das Kind.

Sie passt sich stets an seine Bedürfnisse an und ist leicht verdaulich. Keine Pre-Milch enthält solche Abwehrstoffe, die kalorienarme Muttermilch zu bieten hat.

Stillen ist auch praktisch, denn Muttermilch ist immer dabei und sauber.

Schließlich muss sie nicht zubereitet und aufgewärmt werden.

Stillen dient darüber hinaus nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern befriedigt gleich weitere Bedürfnisse mit: Das Kind fühlt sich sicher und geborgen.

4. Wie oft in den ersten Tagen stillen?

In den ersten drei Tagen nach der Geburt sollten keine langen Stillpausen gemacht werden.

Bestenfalls liegen höchstens drei Stunden zwischen den Stillmahlzeiten.

Das Kind sollte an beide Brüste angelegt werden. Alle 10 bis 15 Minuten wechselt man zwischen den Brüsten.

Ab dem dritten bzw. ab dem fünften Tag stillt man am besten nach Bedarf. Nachsorgehebammen stehen Müttern und ihren Babys mit Rat und Tat zur Seite.

Als Maß für gutes Stillen werden Wachstum, Ausscheidungen (Stuhl und Urin) sowie Gewichtszunahme des Babys herangezogen.

5. Wie funktioniert Stillen nach Bedarf?

Frau stillt ihr neugeborenes Kind

Stillen nach Bedarf bedeutet, dass Mütter ihre Babys stets bei den ersten Hungeranzeichen anlegen.

Sie stillen also immer dann, wenn das Baby Hunger hat. Dabei bestimmt die Nachfrage das Angebot.

Vor dem Milcheinschuss ist es wichtig, das Baby alle zwei Stunden an die Brust zu legen.

Ab dann sollte man den Säugling innerhalb von 24 Stunden etwa 8 bis 12 Mal anlegen.

Ein Stillryhthmus wird in der Regel nach 6 bis 8 Wochen gefunden.

Dabei ist Nachtstillen besonders wertvoll, denn es hält den Milchfluss aufrecht. Nachts sollten die Pausen zwischen den Stillmahlzeiten deshalb höchstens 6 Stunden dauern.

Am Anfang ist Wechselstillen zu empfehlen. Nachdem die initiale Brustdrüsenschwellung (IBDS) abgeklungen ist, sollte immer eine Seite gut geleert werden.

6. Was regt die Milch in der Brust an?

Häufiges Anlegen des Babys regt die Milchbildung an. Mütter sollten Stress möglichst vermeiden oder zumindest reduzieren.

Kraftbrühen wie Hühnersuppen und Gemüsebrühen haben sich für die Milchproduktion als hilfreich erwiesen.

Am besten bereitstellen und immer wieder daran schlürfen. Schließlich nimmt man so auch Flüssigkeit auf, die man braucht.

Die Stillzeit können auch Angelikawurzel und diverse Stillteemischungen mit Fenchel, Anis, Kümmel und Bockshornklee unterstützen.

Bei oft auftretendem Milchstau können Frauen zu Milchpumpen und zu Lecithin-Kapseln greifen.

7. Wie merke ich, dass mein Baby Hunger hat?

Frühe Hungeranzeichen sind unruhiges Verhalten des Babys, schnelle Augenbewegungen, Suchbewegungen, Hand im Mund oder das Ausstrecken der Zunge.

Deutliche Unmutsäußerungen sowie Schreie sind späte Signale, dass das Baby hungrig ist. Eltern sollten ihr Kind gut beobachten und stattdessen nach frühen Hungeranzeichen Ausschau halten.

Je früher man reagiert, desto entspannter und angenehmer ist die Stillmahlzeit sowohl fürs Baby als auch für die Eltern. Wenn man zu spät auf die Hungeranzeichen des Kindes reagiert, ist auch das Anlegen schwierig und das Baby muss erstmal beruhigt werden.

8. Welche Stillpositionen gibt es?

Es gibt viele Haltungen, in denen Mütter ihre Babys stillen können.

Die wohl wichtigsten sind die Wiegehaltung, das Stillen in Seitenlage und der Rückengriff. Deine Hebamme berät dich am besten, welche Stillpositionen für dich und dein Baby besonders gut geeignet sind.

Ein Ratschlag ist, die Stillposition immer wieder zu ändern. So wird die Brustwarze weniger belastet und die Brust besser entleert. Natürlich muss man nicht die ganze Palette an Möglichkeiten ausreizen.

Meistens wechseln Mamas zwischen zwei Positionen, die als angenehm empfunden werden.

9. Wie verändert sich die Muttermilch im Laufe der Zeit?

Direkt nach der Geburt bekommt der Säugling das Kolostrum, auch Vormilch genannt. Sie ist, wie immer bei der Muttermilch, völlig auf die Bedürfnisse des Neugeborenen angepasst und wirkt abführend.

Von der Menge her wird wenig Vormilch produziert. Sie ist wässrig, fettarm und durstlöschend. Der Säugling wäre ohnehin mit einer größeren Menge überfordert.

Schließlich muss sein Verdauungssystem noch reifen. Auch muss das Baby lernen, die Atmung mit dem Schlucken zu koordinieren.

Zwischen dem dritten und fünften Tag kommt es in der Regel zum Milcheinschuss.

Dann bekommt das Baby die sogenannte Übergangsmilch. Aus der meist prallen Brust kommt nun eine größere Menge Milch.

Diese setzt sich aus dem Kolostrum und der Hintermilch zusammen, die sättigend und fettiger ist.

Ab dem 14. Tag nach der Geburt bis zum Ende der Stillzeit passt sich die Muttermilch weiterhin immer wieder den Bedürfnissen des Kindes an.

10. Wieso wunde Brustwarzen?

Frau beim Stillen

In den meisten Fällen sind falsches Anlegen und ungünstige Stillpositionen die Ursachen von wunden Brustwarzen.

Auch das ist ein Grund, sich um eine Hebamme oder Stillberaterin zu kümmern, die schnelle Abhilfe schaffen können.

Wunde Brustwarzen zu behandeln, macht in Fällen von falscher Anlegetechnik erst Sinn, wenn die Ursache behoben wird.

Dann können Wundsalben, Gel-Kompressen, Silber- und Stillhütchen nötige Linderung verschaffen. Auch eine Laser-Therapie kann helfen.

11. Wie pflege ich die Brust in der Stillzeit?

Mütter sollten sich unbedingt einen passenden Still-BH anschaffen.

Bei einem BH, der nicht groß genug und unbequem ist, kann es zu Druck auf die Brüste kommen. Das kann wiederum zu Milchstau führen.

Nach dem Stillen sollten Frauen ihre Brüste besser nicht sofort wieder einpacken, sondern gut lüften.

Wunden Brustwarzen kann auch vorgebeugt werden, wenn man Muttermilch an der Brustwarze einfach trocknen lässt.

Außerdem kommen für die Brustpflege in der Stillzeit auch Wollfett-Salben und Stilleinlagen infrage.

12. Wie lange kann man Muttermilch stehen lassen?

Ohne Kühlen kann frisch abgepumpte Muttermilch bis höchstens 6 Stunden bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Im Kühlschrank hält sie drei bis fünf Tage. Am besten stellt man sich so weit wie möglich nach hinten und nicht an die Kühlschranktür.

Im Gefrierfach ist Muttermilch bis zu 4 Monate haltbar.

13. Welche Flaschennahrung für Neugeborene?

Für Neugeborene ist bis zum ersten Lebensjahr Pre-Nahrung geeignet. Falls es in der Familie Angehörige mit Allergien gibt, greift man am besten zur sogenannten HA-Milch (hypoallergene Milch).

Eltern sollten sich genau an die Mengenangaben und Hinweise des Herstellers für die Zusammensetzung halten. Bitte niemals auf eigene Faust verdünnen oder sonst die Konsistenz ändern!

Hat das Baby nicht alles ausgetrunken, ist der Rest spätestens eine Stunde nach Zubereitung zu entsorgen.

Das Kind sollte auch nicht mit dem Rest nachgefüttert werden, wenn es satt ist. In diesen Fällen spuckt es den Sauger aus oder wendet den Kopf ab.

Nach der Geburt – Checkliste

Hände halten Babyfüße

Das Baby ist endlich da, man erlebt schon wieder eine Achterbahn der Gefühle und hat eine Menge um die Ohren, und zwar nicht nur die Mama, sondern auch der Papa.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle daran erinnern, dass man Vollmachten erteilen kann, um Behördengänge zu erledigen.

Das Wichtigste im organisatorischen Bereich, was man nach der Geburt erledigen soll, findest du in dieser Checkliste.

1. Wann Termin für U3 machen?

Da die U3 Untersuchung zwischen die vierte und fünfte Lebenswoche deines Babys fällt, solltest du am besten direkt nach der Geburt einen Termin beim Kinderarzt dafür vereinbart werden.

2. Wann muss ein Neugeborenes angemeldet werden?

Nach der Geburt hat man in Deutschland gemäß § 18 Personenstandsgesetz (PStG) eine Frist von sieben Tagen, um das Baby beim Standesamt zu melden. Dort wird auch die Geburtsurkunde beantragt.

Das kann ein Elternteil oder eine sorgeberechtigte Person erledigen. Wichtig: Man geht zu dem Standesamt, in dessen Zuständigkeit das Kind zur Welt gekommen ist.

Es gibt Geburtskliniken, die den Eltern diese Anmeldung abnehmen.

Falls das bei der Klinik deiner Wahl der Fall ist, erkundige dich über die Unterlagen, die du diesbezüglich mitnehmen musst.

3. Ist mein Baby automatisch krankenversichert?

Das Baby muss spätestens zwei bis drei Monate nach der Geburt schriftlich bei einer Krankenkasse angemeldet werden, damit es versichert ist.

Wenn die Eltern gesetzlich versichert sind, dann kann es auch das Kind sein.

Auch wenn der Elternteil mit dem höheren Einkommen bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, kann das Baby dort gemeldet werden.

Allerdings geht das nicht, wenn der mehr verdienende Elternteil privat krankenversichert ist.

In solchen Fällen kann das Kind nicht kostenlos mitversichert werden.

Es ist auf jeden Fall ratsam, sich im Voraus über preiswerte Familientarife zu erkundigen.

4. Wann Kindergeld beantragen?

Das Kindergeld kann bei der zuständigen Familienkasse auch sechs Monate rückwirkend beantragt werden. Aber Achtung: Wer damit zu spät dran ist, verliert den Anspruch.

Für die Antragstellung werden die Geburtsurkunde des Kindes, die Steuer-Identifikationsnummern von Kind und Eltern und ein Nachweis zum Kindschaftsverhältnis benötigt.

Es ist auch möglich, den Antrag auf Kindergeld bereits vor der Geburt zu stellen.

Die Geburtsurkunde muss man dann nachreichen. Erst wenn dieser bei der Familienkasse eingetroffen ist, wird das Geld ausgezahlt.

5. Wann Elterngeld beantragen?

Am besten kümmert man sich noch vor der Geburt um den Antrag aufs Elterngeld.

Es werden nämlich viele Unterlagen benötigt, was zeitraubend ist und für unnötigen Stress sorgt.

Je nach der persönlichen Situation der Eltern und nach Bundesland müssen unterschiedliche Unterlagen eingereicht werden.

Spätestens innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes sollte der Antrag mit allen geforderten Unterlagen bei der entsprechenden Elterngeldstelle eingegangen sein.

Abschließende Gedanken

Mütter und Väter haben nach der Geburt oft viele Fragen.

Besonders beim ersten Kind hat man keine Erfahrung und fürchtet sich vor Fehlern.

Auch die Rückbildung des Körpers der Mama wirft viele Fragen auf.

Eltern wissen in der Regel nicht, was normal und was auffällig ist.

Hebammen geben in Geburtsvorbereitungskursen die wichtigsten Informationen zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Hebammenzentrum Graz entstanden.

Infos zur Rückbildung, Pflege des Neugeborenen und zum Stillen kommen von Hebamme Martina Skofitsch.

Ihre souveräne und freundliche Art vermittelt ein angenehmes Gefühl der Sicherheit, das viele Frauen in der besonderen Zeit nach der Geburt brauchen.

Frisch gebackene Mütter setzen sich oft unter Druck und möchten rasch einen geregelten Alltag haben.

Auch der Körper soll so schnell wie möglich wieder wie vor der Schwangerschaft sein.

Die Rückbildung ist jedoch eine weitere enorme Leistung des Körpers und der Umgang mit dem Baby will erst erlernt sein.

Also sollten sich Mütter mindestens sechs bis acht Wochen nach der

Geburt Zeit lassen, um sich zu erholen und sich dann erst auf das Neugeborene einlassen.

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