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Baby Schreit Hysterisch, Wenn Es Schlafen Soll – Wie Verhalte Ich Mich?

Baby Schreit Hysterisch, Wenn Es Schlafen Soll – Wie Verhalte Ich Mich?

Du hast dir das Wochenbett so vorgestellt, dass du und dein Baby euch nun in aller Ruhe von den Strapazen der Geburt erholen könnt, aber das Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll und du weißt nicht weiter?

Du hast schon so viele Informationen eingeholt, die beschreiben, wie der Weg in den Schlaf fürs Baby bereitet werden soll und bist irritiert, weil es widersprüchliche Meinungen und Empfehlungen gibt?

Ist dir zu Ohren gekommen, dass Babys, die abendliche Schlafprobleme haben, mehr weinen?

Denkst du, dass die Art des Einschlafens Erziehungssache ist oder bist du der Überzeugung, dass man besonders kleine Babys nicht erziehen kann oder sollte?

Fragst du dich, woran es liegt, dass das Baby gerade dann schreit, wenn es schlafen soll?

Und darf man Babys schreien lassen oder ist das ein absolutes No-Go?

In diesem Beitrag findest du Antworten auf diese Fragen.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Der Schlaf lässt sich nicht erzwingen

kleines Baby, das hysterisch weint, während es im Bett liegt

Die Natur hat dafür gesorgt, dass der Schlaf ein ziemlich seltsames Ding ist, denn er hat nichts mit Leistung zu tun, sondern kann sich nur ohne Anspannung und Stress ergeben.

Doch er ist immer auch ein Sicherheitsdilemma, denn es muss vorgesorgt werden, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt, wenn man in eine Art Koma fällt.

Deshalb können wir uns nur entspannen, wenn wir uns geschützt fühlen und erst recht gilt das für den Babyschlaf.

Babys sind nämlich völlig hilflose und wehrlose Geschöpfe und stellen von Natur aus Bedingungen, um einschlafen zu können.

Wenn sie müde sind, suchen sie nach Sicherheit, um sich entspannen und in den Schlaf finden zu können.

Da sie sich nicht aus sich selbst heraus sicher fühlen, fordern sie die Hilfe der Eltern und Sicherheit von den Personen, von denen sie diese erwarten können, nämlich von vertrauten Erwachsenen.

Deshalb sind alle Eltern Zeugen davon, dass Babys nach Nähe suchen, wenn sie müde sind und Kinderärzte behaupten, sie würden so Bindung aufbauen wollen.

Nun stellt sich die Frage, ob man die Nähe stets zulassen soll oder manchmal lieber doch auf Distanz gehen sollte.

Mit jeder neuen Generation stellt sich diese Frage erneut und Eltern kann man demnach in zwei Lager unterteilen: Manche sind der Meinung, dass sie dem Nähebedürfnis ihrer Kinder unbedingt nachgeben sollen, andere wiederum denken, dass Distanz notwendig ist.

Herbert Renz-Polster ist Wissenschaftler, Kinderarzt und Autor, deckt in seinem Buch “Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten” unsere Denk- und Vorstellungsmuster auf, die damit zu tun haben und gibt Hinweise, wie man mit Schlafproblemen und Schlafstörung umgehen soll.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Der Schlaf als Erziehungssache

süßes Baby, das im Bett weint, das mit Laken bedeckt wird

Besonders in den USA gibt es viele Eltern, die meinen, dass das Baby lernen sollte, allein in den Schlaf zu finden, aber auch hierzulande sind solche Ansichten vertreten.

Miriam Gebhardt hat Ratgeber und Elterntagebücher der letzten drei bis vier Generationen untersucht und harte Maßnahmen, die herrschten, ans Tageslicht gebracht.

In den 1960er-Jahren hat man beispielsweise Haltegurte empfohlen, um das Kind regelrecht in den Schlaf zu zwingen, indem es im Bett still bleibt.

Aus einem Elterntagebuch geht hervor, dass das Zimmer, in dem das Kind lag, abgeschlossen und der Schlüssel versteckt wurde, damit die Mutter nicht eingreifen konnte, wenn es zu schreien anfing.

In der DDR hat man versucht, die Distanz sogar medizinisch zu begründen, indem behauptet wurde, dass es unhygienisch ist, wenn das Kind im Familienbett schläft, weil es so den Schweiß der Eltern einatmet.

Klingt unglaublich?

Nun, solch eine Härte ist keineswegs Geschichte und auch heutzutage kann man sie bei manchen Eltern beobachten, besonders in der weißen Mittelschicht in den USA, wo es tatsächlich Praxis ist, Kinder sozusagen nach der Uhr schreien zu lassen.

Dabei wird in immer größeren Abständen das mitunter auch hysterisch schreiende Kind einfach allein gelassen, damit es lernt, allein einzuschlafen. Mehr über diese Methode kannst du weiter unten erfahren.

In Deutschland empfiehlt Annette Kast-Zahn in ihrem über 1 Million Mal verkauften Ratgeber “Jedes Kind kann schlafen lernen” den Eltern, sachlich und ruhig bei der Distanzierung zu bleiben und das Schlaftraining fortzusetzen, sogar wenn das Kind erbricht, denn sonst könnte es das Erbrechen als Druckmittel nutzen.

In Sachen Erziehung hat man schon immer Einstellungen und Vorgehensweisen so begründet, dass sie im besten Sinne des Kindes sind.

Wenn man auf die letzten 150 Jahre zurückblickt, wechseln die Ansichten: Mal beruft man sich auf die animalische Triebnatur des Kindes, mal lehnt man sich an das behavioristische Modell an.

Es ist ein krasser Widerspruch zu dem natürlichen Sicherheitsbedürfnis des Kindes, auf Distanz zu setzen.

In jedem Fall liegen bestimmte Ängste und Sorgen der Eltern und ein bestimmtes Kinderbild dem Umstand zugrunde, dass man sich distanziert und versucht, Kindern beizubringen, allein einzuschlafen.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Die Ängste und das Kinderbild

Mutter hält hysterisch weinendes Baby in Händen

Manche Eltern befürchten einerseits, dass ihre Kinder sich so an die Nähe gewöhnen könnten, dass ihre Selbstständigkeit darunter leidet.

Andererseits würden sie dem Kind mit bedingungslosem Eingehen auf das Nähebedürfnis signalisieren, dass sie immer ihren Willen durchsetzen können.

So locken vermeintliche Experten, die das kontrollierte Schlafen empfehlen, mit Versprechungen, dass Kind und Eltern durchschlafen und ungestörte Nächte verbringen würden und dass das Schreienlassen eine Erziehungssache ist, wobei das Kind lernt, seine Gefühle selbst zu regulieren und sich allein zu trösten.

Kleinkind schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Dass das Schlafen zu einem Machtkampf wird und ein tyrannisches Motiv hinter dem kontrollierten Schreienlassen steht, zeigt sich auch an der Vorstellung, dass ein Kind einen Eigensinn hat, den es durchsetzen und deshalb nicht allein einschlafen möchte.

Klingt das für dich absurd?

Das ist es tatsächlich, jedoch lässt es sich mit einem bestimmten Kinderbild erklären, denn biologisch gesehen ist ein Baby in den ersten Lebensmonaten aber auch darüber hinaus ein auf Nähe, Sicherheit und Einschlafbegleitung angewiesenes Wesen.

Allerdings wird immer wieder argumentiert, dass der Baby- und Kinderschlaf so anstrengend ist, dass Eltern aus lauter Erschöpfung eben einen Schlussstrich setzen und das Kind schreien lassen müssten.

Die Überforderung der Eltern erklärt aber nicht, warum Kinder dabei allein gelassen werden sollten.

Nur kulturell bedingt lässt sich erklären, warum manche Eltern der Meinung sind, auf die Näheforderung des Babys nicht eingehen zu sollen, denn wir sind alle Träger von bestimmten Ansichten und Bildern, nach denen wir die Welt und so auch die Kinder interpretieren.

Dies lässt sich in zwei entgegengesetzte Pole aufsplitten.

Zum einen gibt es das Bild vom Kind als vertrauenswürdiges und auf Mitarbeit ausgelegtes Wesen, dem mit Verbundenheit, Zutrauen und Nähe begegnet werden soll und dessen Eigensinn nicht bedrohlich ist, sondern eine Entwicklungsressource.

Nähe ist dabei wichtig für den Aufbau einer vertrauensvollen und innigen Beziehung und ist alles andere als eine Gefahr für die Entwicklung des Kindes.

Zum anderen besteht leider immer noch das dunkle Bild vom Kind, das besagt, es sei ein egoistisches, triebgesteuertes und daher korrekturbedürftiges Wesen.

Deshalb wird ihm mit Distanz und Misstrauen begegnet und sein Eigensinn wird als Bedrohung angesehen, der kontrolliert und dem entgegengesteuert werden muss.

Wenn man sich Diskussionen in Erziehungsfragen genauer ansieht, dann merkt man schnell, dass es nicht um Argumente, sondern um Ansichtsmuster geht.

Wie man vorgehen soll, wenn man das Baby abends zum Schlafen legt oder wenn es mitten in der Nacht aufwacht, werden die Eltern grundsätzlich unterschiedlich formulieren:

Während die einen behaupten werden, dass es nicht allein schlafen KANN, werden die anderen meinen, dass es nicht allein schlafen WILL.

Oder es denken einige, dass das Kind schreit, weil es seine Bedürfnisse mitteilt, andere wiederum sind überzeugt, dass es eigensinnig ist und sich durchsetzen möchte.

Manche meinen, dass das Baby sich zurecht auf sie verlässt, andere denken tatsächlich, dass Kind würde manipulieren.

Die einen sind der Ansicht, dass das Kind Zeit braucht, um Vertrauen zu erlernen, die anderen behaupten, dass Nachgeben für die Erziehung schädlich ist.

Es ist besonders wichtig, die eigenen Denk- und Verhaltensmuster zu kennen und zu reflektieren.

Wie man selbst aufgewachsen und erzogen wurde, kann sonst maßgeblich den Umgang mit dem eigenen Baby oder Kind negativ beeinflussen.

Waren die Eltern auf Ziele und Erfolge ausgerichtet?

Oder war die elterliche Fürsorge von bedingungsloser Wertschätzung geprägt?

Außerdem beeinflusst die Tatsache, wie wir gegenwärtig im Leben stehen, unsere Wahrnehmung von Kindern.

Wenn man sich sicher und stark fühlt, kann man warme und harmonische Beziehungen aufbauen.

Wenn man hingegen unter Stress und Unsicherheit zu leiden hat, wird man auch Kindern gegenüber härter und pessimistischer auftreten.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Die berühmt-berüchtigte Ferber-Methode

junge Mutter tröstet weinendes Baby auf ihrer Brust

Diese Methode wurde von einem US-amerikanischen Kinderarzt, der auch ein Schlaflabor leitete, entwickelt und in Deutschland wurde sie durch ein Buch von Hartmut Morgenroth und Annette Kast-Zahn bekannt.

Darin ist unter anderem der Ratschlag enthalten, ein Schlafritual zu entwickeln, nach dem die Kinder, wenn sie müde sind, ins Bett gelegt werden und die Eltern daraufhin das Zimmer verlassen sollten.

Wenn es dann schreit, was besonders bei Kindern mit Schlafproblemen der Fall ist, sollten sie einige Minuten warten, bis sie wieder ins Zimmer gehen und das Kind beruhigen, indem sie ihm zureden oder eine Hand auf seinen Körper auflegen.

Dann geht das Ganze von vorne los: Wenn das Kind schreit, sollen sie wieder warten, diesmal etwas länger, bevor sie ins Zimmer zurückkehren.

Es wird versichert, dass nach einigen Tagen, spätesten aber nach zwei Wochen, das Baby alleine einschlafen kann.

Es ist einige Jahre her, dass Eltern sogar eine Petition gegen die Veröffentlichung einer Neuauflage dieses Buchs eingeleitet haben, denn sie sind, so wie einige Experten auch, überzeugt davon, dass die Ferber-Methode dem Kind schaden und die Bindung zwischen Kind und Eltern beeinträchtigen kann.

Allerdings sorgte eine Studie, die 2016 in Australien durchgeführt wurde, für Entlastung der Ferber-Methode.

Es wurden von Forschern drei Gruppen von Kindern verglichen, die zwischen 6 und 16 Monate alt sind, die mit verschiedenen Methoden zum Schlafen gebracht wurden.

Darunter waren neben der Ferber-Methode noch der Ansatz, jeden Tag die Schlafenszeit etwas weiter nach hinten zu verschieben und die dritte Gruppe bekam wesentliche Informationen zum Thema Babyschlaf.

Nach einer Woche wurde nachgewiesen, dass bei den ersten beiden Gruppen, darunter also auch diejenige, die nach der Ferber-Methode vorging, die Schlaftrainings positive Resultate brachten, die Kinder also schneller einschliefen und nachts seltener aufwachten.

Zudem hatten die Forscher den Cortisolwert als Hinweis auf den Stresslevel sowohl bei Mutter als auch bei Kind gemessen und sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser bei den Kindern nicht erhöht war und er bei den Müttern im Anschluss der Schlafprogramme etwas niedriger lag.

Dr. Margret Ziegler, Expertin für frühe Entwicklung und Kommunikation und Leiterin am Münchner KBO-Kinderzentrum, empfiehlt die Ferber-Methode jedoch nicht.

Sie weiß, wie belastend sie für Eltern und Kind ist und dass es sich für viele Eltern einfach falsch anfühlt.

Sie berichtet davon, dass es viele Eltern, die ins KBO-Kinderzentrum kommen und die Ferber-Methode ausprobiert haben, nicht aushalten konnten, dass das Kind lange schreit und sie das eine Weile ignorieren sollten und dass es ihnen an Wissen bezüglich der Schlafentwicklung von Kindern mangelte.

Je nach Lebenswoche, Lebensmonat oder Lebensjahr ist das Schlafverhalten der Kinder unterschiedlich entwickelt.

Auch Erwachsene wachen übrigens nachts ab und zu mal auf, warum also sollte das bei Kindern nicht der Fall sein?

Besonders in den ersten Lebensjahren suchen Kinder Sicherheit bei den Eltern und gerade Kinder mit Schlafstörungen schaffen es nicht, alleine einzuschlafen und sind auf die Hilfe der Eltern angewiesen, weil sie keine Strategien haben, es selbst zu schaffen.

Experten raten, dass man Kinder bis zum sechsten oder achten Lebensmonat, manche meinen, sogar bis zum zwölften, keinem Schlaflernprogramm unterziehen sollte.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Was tun, damit es alleine einschlafen kann?

junge Mutter hält weinendes Baby auf ihrer Schulter

Die Münchner Beratungsstelle macht darauf aufmerksam, dass man den Schlafbedarf des Kindes kennen muss, um richtige Maßnahmen ergreifen zu können, weil dieser bei jedem Kind unterschiedlich ist, wobei es Wenig- und Vielschläfer gibt.

Manche Kinder, die zwölf Monate alt sind, brauchen um die 12 Stunden Schlaf, andere wiederum schlafen ganze 15 Stunden pro Tag.

Eltern ermitteln das am besten, indem sie über zwei Wochen ein Schlaftagebuch führen mit Angaben zum Nacht- und Mittagsschlaf, um auf den Durchschnittswert zu kommen.

So kann sich beispielsweise herausstellen, dass ein Kind für seinen Schlafbedarf zu viel Zeit im Bett verbringt und sich das hinderlich auswirkt.

Und besonders das Schläfchen am Tag sollte dem kindlichen Schlafbedarf angepasst und ein richtiger Schlafrhythmus gefunden werden, womit die Schlafstörung deutlich gebessert werden kann.

Wenn dadurch die Situation jedoch auch nicht besser wird und Kinder eine Wiedereinschlafstörung haben, dann kann man versuchen, das Kind schrittweise von Einschlafhilfen zu entwöhnen.

Das passiert so, dass zuerst Mahlzeit und Schlafen getrennt werden.

Ist das Kind daran gewöhnt, an der Flasche oder an der Brust zu nuckeln, bevor es einschläft, sollten die Eltern im ersten Schritt diese Gewohnheit brechen.

Im zweiten Schritt bleibt ein Elternteil beim Baby, während es einschläft, der Körperkontakt sich aber darauf beschränkt, dass nur eine Hand auf das Kind gelegt wird, beispielsweise auf die Brust oder das Bäuchlein.

Beim dritten Schritt wird das Kind daran gewöhnt, ohne jeglichen Körperkontakt einzuschlafen, um es schließlich im letzten Schritt auch ohne die Anwesenheit der Eltern zu schaffen.

Im Gegensatz zur Ferber-Methode überfordert diese Vorgehensweise in mehreren behutsamen Schritten Kind und Eltern weniger.

Auch wenn man in Schritten vorgeht, sollte man sich darauf einstellen, dass das Baby schreien könnte, denn wenn es daran gewöhnt war, beim Trinken an der Brust oder aus der Flasche einzuschlafen und ihm das entzogen wird, muss es sich erstmal umstellen.

Auch wenn es ein Ritual war, mit deinem Baby zu kuscheln, kann es passieren, dass das Baby schreit, wenn es ins Bett soll.

Ganz allgemein kann es dir tagsüber oder nachts passieren, dass das Baby schreit, wenn es schlafen soll.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Was tun mit einem Schreibaby?

hübsche blonde Frau, die weinendes Baby in den Armen hält

Die Kinderärztin Margret Ziegler hat auch Erfahrung mit den sogenannten Schreibabys gemacht, von denen nach einer amerikanischen Dreiregel dann zu sprechen ist, wenn sie mindestens drei Stunden am Tag, öfter als dreimal pro Woche und über drei Wochen hinweg exzessiv schreien.

Meistens sind solche Kinder unruhiger und unreifer, was das Schlafen angeht.

Häufig liegt es daran, dass sie tagsüber zu wenig schlafen und durch ihr Geschrei Müdigkeit, Überreizung und Erschöpfung mitteilen.

In den ersten Lebensmonaten kommt es sowieso nicht infrage, dass ein Kind alleine in den Schlaf findet, aber gerade bei Schreibabys müssen Eltern durch viel Unterstützung und meist mit größerem Aufwand den Kindern dabei helfen, einzuschlafen.

Das machen sie am besten, indem sie mit dem Baby spazieren gehen, es herumtragen, die Räume abdunkeln oder es pucken.

Freilich sollten Eltern ihr Kind auch vom Kinderarzt untersuchen lassen, damit organische und gesundheitliche Ursachen für das vermehrte Schreien ausgeschlossen werden können.

Es kann für die Eltern nicht nur irritierend sein, wenn sich das Baby schwer beruhigen lässt, sondern sie auch an ihre physischen und psychischen Grenzen bringen.

Sie fühlen sich hilflos und ohnmächtig, manchmal kann es zu Partnerschafts- und Familienkonflikten und sogar zu Depressionen führen.

Meistens sind die Eltern keineswegs schuld daran, dass sie es nicht gut hinbekommen, das Baby zu beruhigen, denn Schreibabys bringen eine höhere Irritabilität mit sich.

Allerdings gibt es auch manche Mütter und Väter, die sehr früh schon ehrgeiziges Engagement zeigen und mit ihrem erst wenige Wochen alten Baby mehrere Kurse besuchen und dabei das Kind überfordern.

Ein Baby, das vor Kurzem noch behütet und abgeschirmt im Mutterleib war, muss sich nämlich erst langsam daran gewöhnen, dass es nun so vielen Reizen ausgesetzt ist, es muss mit der Umgebung und nahestehenden Erwachsenen vertraut werden, einen Tagesrhythmus finden und Selbstregulation lernen.

Manche Kinder sind toleranter als andere und haben kein Problem mit Lernprogrammen, andere wiederum zeigen sich überfordert und überreizt.

Wenn die Eltern merken, dass sie wütend auf das Kind werden, stoßen sie schon an ihre Grenzen.

Dass sie viel zu erschöpft sind, können sie dann feststellen, wenn sie auch in guten Augenblicken mit dem Kind nicht lachen oder spielen können.

In solchen Fällen ist es dringend zu empfehlen, sich Hilfe zu suchen und eine Beratungsstelle aufzusuchen.

Damit die Eltern die eigene Unruhe nicht auf das Kind übertragen, sollten sie in solchen Momenten, wo sie an ihre Grenzen stoßen, den Raum verlassen und sich erstmal selbst beruhigen.

Natürlich sollten Eltern ihr Baby nicht sich selbst überlassen, wenn es schreit, aber wenn es gar nicht mehr geht, besteht die Gefahr, dass man das Baby anschreien oder sogar schütteln könnte, was für das Kind schwerwiegende Folgen haben kann.

Dann ist es immer noch besser, es kurz allein zu lassen, um runterzukommen.

Eltern sollten dafür sorgen, dass sie ausreichend Unterstützung von Familienmitgliedern oder anderen vertrauenswürdigen Personen bekommen, die mal mit dem Kind spazieren gehen oder eine Mahlzeit zubereiten oder vorbeibringen können.

Für die Gefühlslage der Eltern ist es besonders schwierig, dass sich Schreibabys im Gegensatz zu anderen Kindern durch die Nähe der Eltern nicht einfach beruhigen lassen.

Entlastend kann vielleicht die Nachricht wirken, dass in den ersten drei Lebensmonaten um die 20 % der Kinder viel und scheinbar unerklärlich schreien und dass danach meistens eine Besserung eintritt.

Baby schreit hysterisch, wenn es schlafen soll – Was es mit der Schreistunde auf sich hat

Baby hysterisch schreiend beim Sitzen auf dem Bett

Da es weitverbreitet ist, dass Babys zu abendlicher Stunde plötzlich unruhig werden und weinen, gibt es dafür im englischsprachigen Raum sogar einen Ausdruck, nämlich die Omastunde.

In solchen Situationen wird eine liebevolle Großmutter gebraucht, die das Kind in den Armen hält und es zur Ruhe bringt.

Früher ging man davon aus, dass Bauchschmerzen und Blähungen der Grund für das abendliche Schreien sind, da der Säugling bei den Mahlzeiten Luft verschluckt.

Allerdings weiß man heutzutage, dass dies bei nur 5 % der Babys der Fall ist.

Deshalb gehen Experten davon aus, dass es an Überreizung, Müdigkeit und Problemen bei der Selbstregulation liegt.

Um Probleme bei der Verdauung und gesundheitliche Ursachen auszuschließen, solltest du dein Baby vorsorglich zum Kinderarzt bringen.

Manche vermuten, dass Babys eine Art Gebärmutterheimweh haben, sich also in den Schutz und die Wärme des Mutterleibs zurücksehnen.

Man sollte seine Vorstellungskraft einsetzen, damit man das irgendwie nachvollziehen kann.

Über neun Monate war das Kind im Bauch der Mutter ständig nahtlos mit Nahrung versorgt und Geräusche aus der Außenwelt kamen gedämpft bei ihm an.

Auf der Welt angekommen, muss das Baby lernen, sich selbst zu regulieren und mit all den oft überfordernden Reizen der Umwelt klarzukommen.

Außerdem kann das Weinen und Schreien daran liegen, dass das Baby gerade eine Entwicklungsphase durchmacht, in der es besonders reizbar und quengelig sein kann.

Wichtig ist, dass du Geduld aufbringst und selbst ruhig bleibst, damit sich dein eigener gestresster Gemütszustand nicht auf das Kind überträgt und so ein Teufelskreis entsteht.

Denk daran, dass auch die Schreiphasen ein Ende haben.

Versuche nicht, das Schreien auf alle Fälle verhindern zu wollen, sondern pflege viel Hautkontakt mit deinem Baby.

Meistens gehen die Schreistunden vorbei, wenn sich ein Schlafrhythmus eingependelt hat.

Wenn du die Ferber-Methode ausprobieren möchtest, dann gib bitte Acht darauf, dass du abbrichst, wenn das Kind stundenlang schreien sollte, also spätestens nach 60 Minuten sollte es mit dem Spuk vorbei sein.

Horch in dich hinein und wenn du dich überforderst und hilflos fühlst oder sogar wütend auf dein Kind wirst, dann bist auch du an deine Grenzen gestoßen und solltest besser nachgeben.

Das ist auch der Fall, wenn nach mehreren Tagen keine Besserung festzustellen ist.

Warum schreit Baby beim Einschlafen – Es gibt übrigens einen bei vielen Kindern recht hilfreichen Trick, wie man es am besten schafft, das Baby von der Brust abzudocken, wenn es eingeschlafen ist, ohne dass es wieder aufwacht, besonders wenn es den Schnuller ablehnt.

Auch nachts könnte das funktionieren, wenn das Baby anfängt wieder zu suchen: Man tut einen Finger an seine Unterlippe, damit diese beim Suchen einen leichten Widerstand spürt, und das Kinn wird leicht nach oben gedrückt.

Es kann tatsächlich helfen, dass das Kind auch ohne Brust aus dem Halb- wieder in den Tiefschlaf kommt.

Vielleicht sind für die Schlafprobleme auch ungünstige Umgebungsbedingungen verantwortlich?

Fürs Schlafen ist eine ruhige und abgedunkelte Umgebung geeignet, in der das Kind von Reizen abgeschirmt ist und zur Ruhe kommen kann.

Baby im niedlichen Pyjama, der auf dem Bett weint

Abschließende Gedanken

Ein Neugeborenes muss in den ersten Lebenswochen erst lernen, sich zu regulieren und einen Schlafrhythmus zu finden, der seinem Bedarf entspricht.

Um in den Schlaf finden zu können, muss es sich sicher und geborgen fühlen und deshalb sind viel Nähe und Körperkontakt wichtig.

Auch wenn sich der Schlaf nicht erzwingen lässt, gibt es verschiedene Schlaflernprogramme, denen sogar Babys unterzogen werden, damit sie lernen, alleine einzuschlafen.

Eine davon ist die in diesem Beitrag vorgestellte Farber-Methode, bei der man das Kind minutenlang alleine schreien lässt, bevor man es wieder mit seiner Anwesenheit beruhigt.

Verschiedene Methoden sind die Folge verschiedener Ansichten und Kinderbilder, die ich in diesem Beitrag vorgestellt habe.

Die einen meinen, Kinder seien triebgesteuerte Wesen mit Eigensinn, den man bekämpfen sollte, andere wiederum sind der Überzeugung, dass Kinder kooperationswillige und vertrauenswürdige Wesen sind, denen man Nähe unter keinen Umständen entziehen sollte.

Es gibt sogenannte Schreibabys, die eine höhere Irritabilität mitbringen, deshalb exzessiv schreien und Eltern an ihre Belastungsgrenzen bringen.

Meistens bessert sich die Situation, nachdem diese Kinder den richtigen Schlafrhythmus entwickeln.

Ein unterstützendes Umfeld und der Besuch einer Beratungsstelle können Eltern eine große Hilfe sein.

Wenn du möchtest, dass dein Kind lernt, alleine einzuschlafen, dann ist es am besten, es schrittweise zu tun, so wie die Münchner Kinderärztin Dr. Margret Ziegler es empfiehlt.

Dadurch sind sowohl Eltern als auch Kind weniger überfordert als beispielsweise mit der Farber-Methode.

Denk immer daran, dass jede anstrengende Phase auch ein Ende hat und versuche unbedingt, Ruhe und Geduld zu bewahren, wenn dein Baby vor dem Einschlafen schreit und es mit deiner Nähe zu beruhigen.

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