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Erziehungsziele – Das Ist Wichtig Bei Der Erziehung Deines Kindes!

Erziehungsziele – Das Ist Wichtig Bei Der Erziehung Deines Kindes!

Was ist Erziehung und welche Erziehungsziele sind den Eltern wichtig? Du fragst dich, welche Erziehungsstile es gibt und worauf du bei der Erziehung achten sollst?

Es mag vielleicht seltsam klingen, aber über die Erziehung von Kindern hat man sich nicht immer Gedanken gemacht.

Kinder sollten einfach schnell erwachsen werden und hatten demzufolge keinen besonderen Stellenwert.

Jean-Jacques Rousseau und sein Werk “Émile oder Über die Erziehung”

Bild von Jean Jacques Rousseau

Der erste Mensch, der sozusagen die Eigenart der Kindheit entdeckt hat, war der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau.

Er vertrat schon im 18. Jahrhundert die Ansicht, dass die Kindheit etwas Kostbares und Schützenswertes ist und dass Kinder Freiraum zur Selbstentfaltung haben sollten.

Wie eine junge Pflanze trägt ein Kind bereits den Keim seiner eigenen Persönlichkeit in sich und sollte frei von jeglichen Zwängen aufwachsen und Gelegenheit bekommen, seine Potenziale und seine eigenen Interessen frei zu entfalten.

Diese Ansicht, die die Betrachtung der Erziehung aus Sicht des Kindes angeht, war zu jener Zeit revolutionär und bedeutete einen radikalen Perspektivwechsel.

In seinem Roman “Émile”, der 1762 veröffentlicht wurde, erzählt Rousseau die Geschichte des gleichnamigen Jungen, der auf dem Land heranwächst, nachdem sein Vater früh gestorben ist.

Er verbringt seine Kindheit mit einem Lehrmeister, der ihn ohne gesellschaftliche Zwänge erzieht.

Somit ist der Bursche frei, sich selbst zu entfalten. Er lernt und gedeiht spielerisch, ohne Belehrung oder Strafe.

Diese Schrift, die mit den bis dahin herrschenden Einstellungen über die Kindheit bricht, ist in die Geschichte der Pädagogik eingegangen.

Immanuel Kants Grundgedanken zur Pädagogik

Bild von Immanuel Kant

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant, der ebenfalls im 18. Jahrhundert gelebt hat und mit seinem schöpferischen Schaffen großen Einfluss hatte, machte sich auch Gedanken über die Erziehung.

Wenn für Rousseau ein Kind metaphorisch gesehen eine Pflanze war, die es galt, zu pflegen, so war es für Kant ein Haus, das gebaut werden soll.

Er hatte bemerkt, dass Erziehung etwas ist, was nur dem Menschen eigen ist und zur Entwicklung der Vernunft und zum zukünftig besseren Zustand der Welt zu führen hat.

Diesbezüglich hat er geschrieben:

“Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung.”

“Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.”

“Gute Erziehung ist gerade das, woraus alles Gute in der Welt entspringt.”

Laut Kant ist die Erziehung ein stufenweiser Prozess, in dem das Kind zuerst diszipliniert, danach gebildet, darauf kultiviert und zivilisiert und schließlich moralisiert wird.

Erst durch Disziplinierung von Trieben und die Erzeugung des Bewusstseins, dass Regeln und somit Gesetze notwendig sind, kann der Mensch wirklich frei sein und emanzipiert werden. An diesem Paradoxon hat Kant in seinem philosophischen Schaffen festgehalten.

Nachdem das Kind diszipliniert wurde, folgt die Phase der Kultivierung, in der es durch lange Beschäftigung mit kulturellen Werken belehrt wird. So bildet es seine Individualität.

Indem er die Sozialisierung als nächsten Grundstein der Erziehung angibt, macht Kant darauf aufmerksam, dass eine Person immer auch ein Teil der Gesellschaft ist.

Es ist ein langwieriger Prozess, bis ein Kind zu einem Mitglied der Gesellschaft wird, und damit das passiert, muss es seine Werthorizonte annehmen und sich an ihnen orientieren.

Folglich kann man sich die Frage stellen, wie diese Gesellschaft unser Verständnis von Erziehung ändert.

Was beeinflusst Erziehungsziele?

Schulbücher auf dem Tisch

Wie du bis jetzt schon erfahren konntest, hat sich die Haltung gegenüber der Erziehung von Kindern in der Vergangenheit verändert.

Rousseau und Kant haben zur Zeit der Aufklärung geschrieben und gewirkt.

Davor hat man sich keine Gedanken über die Kindheit gemacht, oder man sah sie als einen schwachen und wenig Nutzen bringenden Lebensabschnitt an. Das wandelte sich mit der Zeit.

Verschiedene Haltungen, insbesondere wenn sie von gewissen Autoritätspersonen vertreten werden, beeinflussen die in einer Gesellschaft verfolgten Erziehungsziele auf unterschiedliche Weise.

Zum Beispiel gab es in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, nach dem Zweiten Weltkrieg also, den Trend, Kinder antiautoritär zu erziehen. Urvater dieses Erziehungsstils war gerade Jean-Jacques Rousseau.

Was diesen Stil ausmacht, findest du weiter unten in diesem Beitrag.

Neben soziokulturellen nehmen auch wirtschaftliche Faktoren Einfluss auf Erziehungsziele, wie Statussymbole, Eigentumsverhältnisse, Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken.

Die Situation in der Familie gehört auch zu den Faktoren, die in die Erziehung maßgeblich einwirken: Wie groß ist die Familie? Bist du alleinerziehend? Ist es eine Patchwork-Familie?

Als Nächstes kommt die eigene Persönlichkeit, die Einfluss ausübt, und letztlich auch das Menschenbild, das von Eltern und Gesellschaft vertreten wird.

Was bedeutet Erziehung eigentlich?

eine Gruppe von Schulkindern, die am Computer sitzen

Erziehung bedeutet, dass Erziehende Kindern bewusst bestimmte Werte und Normvorstellungen weitergeben, die für das Denken und Verhalten maßgeblich sind.

In jeder Gesellschaft bzw. in jeder gesellschaftlichen Gruppe gibt es bestimmte Vorstellungen, wie diese Ziele auszusehen haben.

Also gibt es in jeder Gesellschaft einen sogenannten Konsens darüber, welche Werte vermittelt werden sollen.

Diesen Konsens bilden in Deutschland beispielsweise das Grundgesetz und die Grundrechte.

Die ersten Bezugspersonen des Kindes sind immer die Eltern. Und auf das Folgende gilt es, zu achten, wenn man sich über die Erziehung der Kinder Gedanken macht.

Eltern haben Vorbildfunktion

Die Eltern vermitteln ihren Kindern bewusst oder unbewusst die eigenen Werte.

Dein Kind zu erziehen, heißt nicht nur, ihm bestimmte Regeln und höfliches Benehmen beizubringen, sondern ihm auch Normen, Moralvorstellungen und Sitten mitzugeben.

Mache dir dein Verhalten stets bewusst, denn du hast großen indirekten Einfluss auf dein Kind, auch wenn du ihm gerade nicht sagst, wie es sich zu verhalten hat.

Kinder ahmen ihre Eltern unbewusst nach, weshalb du deine Vorbildrolle verantwortungsbewusst übernehmen sollst.

Das sind wichtige Erziehungsziele:

1. Starke Persönlichkeit

süßes Mädchen in Schuluniform

Was heißt es wohl, eine starke, eigene Persönlichkeit zu haben?

Solche Menschen sind meist unabhängig, haben kein Problem damit, Gefühle zu zeigen oder Hilfe zu suchen, wenn sie diese brauchen.

In der Regel können sie sich auch selbst aufheitern und die Kraft, die ihnen innewohnt, reicht aus, um auch für andere da zu sein.

Eine starke Persönlichkeit hat ein tiefes Grundvertrauen in die eigenen Kräfte und steht schnell wieder auf, wenn sie mal hinfällt.

Sie hat ein gesundes Durchsetzungsvermögen und muss nicht immer im Vordergrund stehen, sondern versteht, wann es angebrachter ist, sich in den Hintergrund zurückzuziehen.

Jedes Kind ist unterschiedlich, also wird auch nicht jedes Kind unbedingt seinen Willen durchsetzen wollen.

Vielleicht bemerkst du, dass auf dem Spielplatz deinem Kind von den anderen alle Spielsachen weggenommen werden, oder es einfach nicht auf der Rutsche an die Reihe kommt, weil es immer weggeschubst wird.

Dann rede mit deinem Kind darüber und zeige ihm, wie es besser seine Wünsche und Ziele durchsetzen kann.

Umgekehrtes gilt natürlich, wenn du merkst, dass dein Kind die Grenzen anderer nicht achtet und seinen Willen zu sehr aufzwingt.

In dem Fall greifst du am besten ein und erklärst ihm, dass es warten oder nach Erlaubnis fragen und die Entscheidung eines anderen auch respektieren muss.

2. Mitgefühl

süßes kleines Mädchen umarmt Mutter

Mitgefühl ist eine Tugend, die jedem guttut. Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen ist wichtig, jedoch wird sie in unserer leistungsorientierten Gesellschaft immer seltener entwickelt.

Als stark gilt immer öfter, wer rücksichtslos egoistische Ziele verfolgt und dabei vor gar nichts zurückschreckt.

Mitgefühl ist aber wichtig, damit eine Gesellschaft gut funktionieren kann, denn der Mensch ist ein soziales Wesen und verwirklicht sich immer erst im Miteinander mit anderen.

Um stabile Beziehungen zu knüpfen, soziale Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu lösen und auch um beruflich erfolgreich zu sein, ist es wichtig, Mitgefühl zu entwickeln.

Das Glück der anderen ist schließlich oftmals für unser eigenes wichtig.

3. Hilfsbereitschaft

süßer Junge, der einem Mädchen beim Lesen hilft

Hilfsbereitschaft ist eine uneigennützige Eigenschaft, die sich darauf konzentriert, eine Situation zu verbessern, ohne Gegenleistung zu erwarten.

Anderen Menschen zu helfen, ohne ausgenutzt zu werden, erfordert gute Menschenkenntnis und Achtsamkeit.

Langfristig führt Hilfsbereitschaft zu einem guten Ruf, bringt einen auf neue Wege und neue Erfahrungen, führt dazu, dass man sein eigenes Zeitmanagement verbessert und vergrößert die Motivation, Leistungen zu verbessern.

Geh also mit gutem Beispiel voran und zeige deinem Kind, dass es auch für einen selbst eine große Rolle spielt, jemandem zu helfen.

4. Ehrlichkeit

junge Mutter spricht mit traurigem Mädchen

Ehrlichkeit schafft Vertrauen und hat einen moralisch hohen Stellenwert. Auch wenn es manchmal weh tut, ist Ehrlichkeit wichtig für das innere Selbstbewusstsein.

Kinder lernen schnell, zu lügen. Oftmals tun sie das, um einer drohenden Bestrafung zu entgehen, oder um Fehler zu vertuschen.

Umso wichtiger ist es, dass du deinem Kind beibringst, dass Unehrlichkeit auf Dauer schadet, und zwar nicht nur, wenn sie enthüllt wird.

Denn auch wenn die äußeren Umstände durch Ehrlichkeit manchmal schwerer sind, so steht der Vorteil und Wert eines guten Gewissens außer Frage.

Ohne Ehrlichkeit gibt es auch keine Freundschaft, auch das solltest du deinem Kind beibringen, besonders dann, wenn es bereits in den Kindergarten geht.

5. Selbstständigkeit

kleines Mädchen hilft Mutter, Fenster zu putzen

Unsere Gesellschaft legt großen Wert auf Selbstständigkeit. Schon im Kindergarten wird den Kleinen beigebracht, wie sie selbstständig werden.

Sich alleine anziehen und ausziehen, alleine essen und nicht zuletzt alleine einschlafen – Schritt für Schritt wird ein Kleinkind zur Selbstständigkeit geführt.

Vertraue mehr auf deine Intuition als auf deine Angst, wenn du deinem Kind Freiraum gewährst. Vielleicht befürchtest du, es könnte vom Klettergerüst herunterfallen, lass jedoch nicht zu, dass dich die Sorge überwältigt.

Kinder müssen, so wie Erwachsene schließlich auch, ihre Grenzen austesten und erweitern.

Du ahnst schon, dass dein Kind alleine auf das Klettergerüst steigen kann, gib ihm also die Chance, es zu tun.

Auch Haushaltsaufgaben machen kleinere Kinder äußerst gerne, indem sie ihre Eltern nachahmen.

Lass deinem Kind also die Möglichkeit, dir beispielsweise dabei zu helfen, die Spülmaschine auszuräumen, zu fegen, oder Oberflächen abzuwischen.

Wahrscheinlich hast du schon von Maria Montessori gehört? Sie war eine italienische Ärztin und Reformpädagogin, die im 19. und 20. Jahrhundert gelebt hat.

Sie war die erste Frau, die ein Medizinstudium abgeschlossen hatte.

Zu den Grundlagen ihrer Pädagogik gehört, dass sie Einrichtungen kindergerecht gestaltet und den Fokus auf ihre Eigeninitiative gesetzt hat. Kinder konnten erstmals eigene Entscheidungen treffen.

Versuche also, deinem Kind nicht gleich alles abzunehmen, sondern gib ihm die Zeit, sich auszuprobieren und es alleine zu schaffen, damit es mehr Erfolgserlebnisse bekommt.

6. Verantwortungsbewusstsein

süßer Junge füttert seinen Hund

Wer verantwortungsbewusst ist, hat die Fähigkeit, für sich und andere zu sorgen, und zwar so, dass niemand zu Schaden kommt und alles gut verläuft.

Man hat das langfristige Bewusstsein, dass man Pflichten und Aufgaben hat, die erfüllt werden wollen.

Menschen mit Verantwortungsbewusstsein handeln nicht aus dem Impuls heraus, sondern überdenken ihre Reaktionen.

Sie tun nicht nur das, was ihnen gerade in den Sinn kommt, sondern wissen, dass auch das erledigt werden muss, worauf sie gerade keine Lust haben.

Indem du deine Kinder zur Ordentlichkeit erziehst, sie also stets aufräumen, sie im Haushalt mit anpacken und ein Hautier versorgen lässt, bringst du ihnen Verantwortungsbewusstsein bei.

Lehre sie auch, wie sie am besten mit ihrem Taschengeld umgehen können.

Diese Eigenschaft trägt einer charismatischen Entfaltung der Persönlichkeit bei, denn Menschen mit Verantwortungsbewusstsein sind sich stets darüber im Klaren, was die Regeln und Normen sind, die sie befolgen, sie haben große innere Reife und feste Ziele.

Wenn deine Tochter oder dein Sohn schon als Kinder diese Eigenschaft entwickeln, können sie später Führungspositionen übernehmen und das Vertrauen und den Respekt anderer gewinnen.

7. Mut

Eltern sprechen mit Kindern

Die Tugend, mutig zu sein, wird wie jede andere Eigenschaft auch erlernt. Mut hat, wer es wagt, sich in gefährliche oder risikoreiche Situationen zu begeben.

Wenn man ein Ziel sorgfältig abwägt und sich entschließt, es trotz Widerständen und Bedrohungen zu verfolgen, ist man mutig.

Dabei bedeutet das nicht, dass man frei von Angst ist. Eben dieser Angst zu trotzen, ist das Kennzeichen dieser Eigenschaft.

Mut erfordert also Durchsetzungsfähigkeit sich selbst und anderen gegenüber.

Kommen wir auf die oben erwähnte Situation mit der Rutsche zurück. Du wünschst dir, dass dein Kind sich vor Gleichaltrigen auch mal durchsetzt und ihnen nicht immer den Vortritt lässt?

Dann versuche es zu Hause doch mal mit einem Rollenspiel mit seinen Geschwistern oder Freunden und lasse es auf diese Weise üben.

Klar und deutlich zu reden, auch mal laut zu sein, wenn es sein muss und Blickkontakt zu halten – das sind alles Wege, wie du deinem Kind beibringen kannst, mutig zu sein.

8. Respekt

ernsthafte junge Mutter, die ihre Tochter ansieht

Respekt ist ein Wert, der sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum geschätzt wird. Symbolisch ringen wir alle in der Gesellschaft um Respekt, das dabei wie ein geistiges Kapital angesehen wird.

Nur wenn sich Menschen in einer Gesellschaft respektvoll zueinander verhalten, sind Gerechtigkeit und Gleichheit möglich.

Achte darauf, dass dein Kind zu anderen Kindern und zu Erwachsenen höflich ist. Wenn es etwas nehmen will, soll es zuerst fragen.

Es sollte verstehen, dass es wichtig ist, einen guten Morgen oder Tag zu wünschen und sich zu bedanken.

Bringe ihm bei, behutsam mit den Sachen anderer umzugehen. Mache deinem Kind auch geduldig klar, dass es nicht in Ordnung ist, handgreiflich zu werden und dass es andere Wege gibt, um Konflikte zu lösen.

Wenn es etwas gut und richtig macht, schenke ihm ein schönes Lob und lass es Anerkennung spüren, und zeige ihm, dass es wichtig ist, auch anderen die gleiche Wertschätzung entgegenzubringen, wenn sie dies verdienen.

9. Ehrgeiz

junge Mutter hilft Tochter bei den Hausaufgaben

Mit diesem Wort ist es so eine Sache, denn man verbindet auf den ersten Blick unterschiedliche, ja sogar widersprüchliche Sachen mit Ehrgeiz.

Dem Reformator Martin Luther nach war Ehrgeiz nichts Gutes, sondern hatte mehr mit Missgunst und Neid zu tun.

Umgangssprachlich bündeln wir allerdings mehrere positive Eigenschaften in diesem Begriff, und zwar Leistungsfähigkeit, Stärke und Schaffensfreude.

Und jeder, der Babys oder Kleinkinder beobachtet hat, wird gemerkt haben, dass Kinder schon von klein an ehrgeizig sind.

Ohne diese Eigenschaft wäre die erfolgreiche Meisterung des Laufens beispielsweise gar nicht möglich.

Und weißt du noch, wie zufrieden und begeistert dein Kind war, als es den ersten Turm aufgestapelt und das erste Puzzle bewältigt hat?

Es ist hierbei wichtig zu erwähnen, dass du deinen eigenen Ehrgeiz in Bezug auf dein Kind beherrschen sollst.

Wenn du nämlich dauerhaft zu hohe Erwartungen an dein Kind heranträgst, werden seine Erfolge überschattet und es drohen Enttäuschung und Unglücklichsein.

Ziehe dein Kind am besten so auf, indem du ihm beibringst, dass eine gesunde Portion Ehrgeiz dazu führt, Hindernisse zu überwinden und Probleme zu lösen, aber dass zu viel davon anderen gegenüber respektlos ist.

10. Humor

süßer Junge mit Schokolade auf seinem Gesicht lächelnd

Wer hat nicht schon selbst feststellen müssen, dass man mit Humor viel leichter durchs Leben geht?

Zwar werden unzulängliche Umstände und Widrigkeiten dadurch nicht besser, aber Humor bringt eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit ihnen.

Es gibt vielfältige Formen des Lachens und seit der Antike haben Philosophen darüber nachgedacht, was es mit diesem Phänomen auf sich hat, welche psychologischen aber auch sozialen Einflüsse Humor ausübt.

Humor ist ein Kulturphänomen. Das heißt, dass in jeder kulturell unterschiedlichen Gesellschaft auch ein anderer Konsens darüber besteht, was lustig oder humorvoll ist.

Schon mit zwei oder drei Jahren sind Kinder in der Lage, Humor in der Sprache zu entdecken. Dann ist immer das lustig, was aus dem normalen Rahmen fällt, wenn zum Beispiel eine Katze bellt.

Kleinen Kindern wohnt eine natürliche Heiterkeit und Leichtigkeit inne, und du lässt diese bestenfalls zu und lachst auch dann mit, wenn ein Kind einen für dich unangemessenen Witz macht.

Wie wenn es zum Beispiel auf jemanden im Rollstuhl zeigt und meint, der Mann sei immer noch im Kinderwagen. Störe dich nicht daran, sondern lach mit, allerdings so, dass du den Mann trotzdem gut dastehen lässt.

Denn die Person mit Beeinträchtigung hat bestimmt ein hohes Maß an Selbstironie und wird sich am Witz eines Kindes bestimmt nicht stören.

Lass dein Kind also Humor entdecken und viel lachen, denn das ist schließlich auch gesund!

Diese Erziehungsstile gibt es

1. Autoritäre und autokratische Erziehung

wütender Vater unterrichtet seinen Sohn

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts setzte man darauf, Kindern einen strikten und organisierten Alltag aufzuzwingen, wobei Disziplin besonders bedeutsam war. Damals gab es wenig Raum zur Selbstentfaltung für Kinder.

Die Eltern beziehungsweise die Erziehenden sind bei diesem Erziehungsstil der Mittelpunkt und bestimmen die Aktivitäten der Kinder.

Sie sind streng, haben viele Regeln und hohe Erwartungen und reagieren auf das Verhalten der Kinder mit Belohnung und Strafe.

Die Hierarchie ist hierbei klar und die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder werden nur geringfügig respektiert.

In so einem Umfeld fällt es dem Kind schwer, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln, weshalb man auch von “Elterndiktatur” spricht.

Beim autokratischen Erziehungsstil wird der autoritäre sogar noch gesteigert.

Die Eltern und die Erziehenden gehen davon aus, dass eine “strenge Hand” notwendig ist, die feste Regeln ohne Kompromisse gibt.

Auf die Meinungen und Wünsche der Kinder wird nicht eingegangen, das Kind hat kein Mitspracherecht.

Von ihm wird erwartet, dass es Regeln und Vorgaben befolgt, es wird wenig wert darauf gelegt, ob das Kind etwas gut macht.

Es bekommt auch keine Gelegenheit, mitzuentscheiden, welches Verhalten angemessen ist.

Dieser Erziehungsstil kann zu Minderwertigkeitsgefühlen bei Kindern führen. Reflektiere also immer genau, welche Regeln du einführst und warum und rede regelmäßig mit deinem Kind darüber.

2. Antiautoritäre Erziehung

junge Eltern sprechen mit ihrer Tochter

Heutzutage schütteln die meisten bei der Erwähnung des antiautoritären Stils den Kopf.

Du stellst dir wahrscheinlich darunter vor, dass du deinem Kind alles erlaubst, niemals “Nein!” sagst und es tun und lassen kann, was es will? Dann liegst du falsch.

Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs setzten sich in den 60er Jahren Studenten, Theoretiker und auch Politiker für eine antiautoritäre Kindererziehung ein.

Vielleicht wirst du überrascht sein, wenn ich jetzt behaupte, dass du dein Kind bestimmt auch antiautoritär erziehst?

Das heißt nämlich nicht, dem Kind keine Grenzen zu setzen, sondern ihm lediglich genügend Freiraum zum Spielen zu geben und es nicht zum bedingungslosen Gehorsam aufzuziehen.

Der Begriff “antiautoritär” wird heute jedenfalls kaum mehr verwendet. Stattdessen meint man, Kinder in Deutschland demokratisch zu erziehen.

Statistiken zeigen, dass eine zwangsfreie Erziehung mit gesunden Grenzen Kreativität und Unabhängigkeit fördert.

3. Demokratischer und egalitärer Erziehungsstil

junge Frau im Gespräch mit niedlichen kleinen Jungen

Bei diesem Stil kann das Kind viele Dinge selbst bestimmen und Entscheidungen zusammen mit den Eltern und Erziehern treffen.

Regeln und Autorität dienen zur Orientierung und sind kein bedingungsloses Muss, sondern ein “sicherer Hafen”.

Da du stetig mit deinem Kind kommunizierst, bekommt das Kind Anerkennung, Zuneigung und Wärme zu spüren und noch dazu hat das einen guten Einfluss auf seinen Wortschatz.

Da es dir vertraut, kann dein Kind Vertrauen auch gegenüber anderen aufbauen und lernt wichtige Kompetenzen, die im Miteinander wichtig sind, wie Respekt, Mitgefühl, Mut, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit.

Außerdem lernt das Kind, seine Leistungen und Fähigkeiten selbst einzuschätzen. Bei diesem Ansatz besteht keine hierarchische Struktur. Das heißt, du bist mit deinem Kind auf derselben Augenhöhe.

Du solltest viel Geduld und Ausdauer haben, denn es kann passieren, dass es öfters zu Diskussionen kommt, da du deinem Kind ja zielstrebig beibringst, Entscheidungen und Umstände zu hinterfragen.

Wenn das Kind also zu einem Verbot die Frage nach dem “warum?” stellt, sollst du ihm diese auch geduldig beantworten.

Vielleicht kommst du selbst zum Schluss, dass ein Verbot keinen Sinn macht oder erfährst, warum es das Gegenteil bewirkt.

Belohnt wird die Geduld schließlich damit, dass dein Kind viel Selbst- und Gruppenbewusstsein entwickelt.

Der egalitäre Erziehungsstil ist dabei eine Steigerung des demokratischen Stils, wobei die Meinungen von Eltern und Kindern komplett gleichberechtigt sind und tatsächlich alles ausgehandelt werden kann.

Der Nachteil bei dieser Steigerung ist eben die Tatsache, dass nicht alles im Leben so funktioniert und du es dir nahezu unmöglich machst, Grenzen zu setzen, die eben sein müssen.

Dein Kind könnte später auch Schwierigkeiten haben, sich in hierarchischen Strukturen zurechtzufinden, also ist es besser, dass du es mit der Gleichberechtigung nicht übertreibst.

Die nächsten Erziehungsstile stelle ich dir bloß vor, denn bei ihnen handelt es sich, im Grunde genommen, gar nicht um Erziehung. Du sollst dennoch über sie erfahren, auch um dich selbst immer wieder hinterfragen zu können.

4. Laissez faire und negierender Erziehungsstil

junge Frau umarmt wütende Tochter

Hier stehen die Eltern und Erzieher den Kindern passiv gegenüber. Sie haben nicht nur keine hohen Erwartungen, sondern einfach gar keine Ansprüche an die Kinder, die sich selbst überlassen sind.

Jedes Mal, wenn Kinder vernachlässigt werden, wenn sich Eltern überhaupt keine Mühe geben, handelt es sich um so einen Ansatz.

Auch beim negierenden Stil gibt es keine Regeln und keine Orientierung für das Kind.

Man begegnet ihm mit Desinteresse und wie sich das Kind entwickelt, hängt ganz und gar vom Zufall ab.

In dem Fall kann das Kind keine Bindungen eingehen und regelrecht verwahrlosen.

Abschließende Gedanken

Schon Kant hat vor mehr als zweihundert Jahren behauptet, dass Erziehung die schwierigste menschliche Aufgabe überhaupt ist.

In diesem Beitrag habe ich dir vor Augen geführt, seit wann man über Erziehung nachdenkt, was sie ausmacht, welche Erziehungsziele wir in unserer Gesellschaft verfolgen und warum das so ist.

Eine Aufzählung der wichtigsten Erziehungsstile kann dir als Wegweiser zur Selbstreflexion dienen.

Vielleicht erkennst du einen bestimmten Stil in einer Situation mit deinem Kind wieder und kannst dein Verhalten dann korrigieren, wenn du feststellst, dass es unangebracht ist.

Sei übrigens unbesorgt, denn Mütter machen in der Regel, wenn sie sich ihrem Kind mit Interesse widmen und sich mit ihm liebevoll beschäftigen, auch instinktiv alles richtig.

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