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Dein Baby dreht den Kopf hin und her? Keine Panik, das tun viele Kinder

Dein Baby dreht den Kopf hin und her? Keine Panik, das tun viele Kinder

In Gesprächen und in Foren sind beunruhigte Stimmen zu finden, denn viele Eltern stellen besorgt fest und fragen sich: Mein Baby dreht mit dem Kopf hin und her.

Ist es krank? Tut es sich weh? Ist es gefährlich? Kann ich das verhindern? Welche Gründe stecken dahinter? Und wann hört das wieder auf?

Ja, du hast richtig gelesen, tatsächlich ist es keine seltene Sache und viele Eltern machen diese Erfahrung.

Natürlich ist es erschreckend, wenn das Baby beim Einschlafen ständig mit dem Kopf hin und her schüttelt oder wenn es ihn vielleicht sogar gegen das Gitter des Kinderbettchens wirft.

Wenn es im Schlaf mit dem Kopf herumschlägt oder schaukelt. Oder beim Trinken oder Stillen den Kopf wie wild von Seite zu Seite dreht.

In den meisten Fällen ist das aber ein harmloses Verhalten mit einer gewissen Berechtigung.

In diesem Beitrag findest du die Antworten auf deine Fragen.

Baby dreht den Kopf hin und her – Das stereotype Verhalten ist nicht selten

Baby sitzt auf dem Bett und bewegt den Kopf nach hinten

Wahrscheinlich bist du überrascht zu erfahren, dass rhythmisches Hin- und Herbewegen des Kopfes, also Kopfschlagen oder Kopfschütteln bei Babys weitverbreitet ist.

Sogar um die 20 % der Babys und Kleinkinder wackeln mit ihren Köpfchen. Und Jungs sogar dreimal häufiger als Mädchen!

Meistens geht es mit diesem Verhalten ab der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres los.

Ab sechs Monaten bis zu einem Alter von 18 bis 24 Monaten drehen Babys in der Regel den Kopf hin und her, bevor sie von selbst damit aufhören.

Bei manchen dauert es auch bis zum dritten, selten sogar bis zum vierten Lebensjahr.

Beim Kopfschütteln handelt es sich um eine für uns Erwachsene seltsame Gewohnheit, die wir vielleicht besser verstehen können, wenn wir es als rhythmische Bewegungen wahrnehmen.

Reagiert dein Kleines sonst auf Musik? Wenn es mit dem Kopf hin- und herdreht, möchte es sich Erleichterung verschaffen oder sich beruhigen.

Auch Babys erleben Alltagsstress und haben ihre eigenen Methoden, wie sie darauf reagieren oder damit umgehen.

Auch die ganzen Reize und Erlebnisse wollen verarbeitet werden, während die Entwicklung im ersten Lebensjahr rasant voranschreitet.

Eltern weltweit beobachten und erleben, wie ihre Babys unruhig schlafen oder im Schlaf zucken, nur mit Körperkontakt einschlafen oder schreien, wenn sie schlafen gehen sollen.

Nun vermutet man, dass manche Babys mit dem Kopf hin und herdrehen, um sich das Einschlafen zu erleichtern.

Das Verhalten hat also eine beruhigende Wirkung und tut nicht weh, sondern wird im Gegenteil als angenehm empfunden.

Wir Erwachsene haben ja auch unsere Mittel, die uns dabei helfen, Stress abzubauen und bei Laune zu bleiben.

So wie wir abends noch fernsehen oder Musik hören und tanzen oder spazieren gehen, so lutschen manche Kinder am Daumen, manche brauchen den Schnuller und manche schütteln mit dem Kopf.

Baby dreht den Kopf hin und her – Diese Gründe stecken dahinter

Netter kleiner Junge, der auf dem Boden sitzt und aufschaut

Das Kopfschaukeln ist eine der stereotypen, rhythmischen Bewegungsmuster neben dem Wippen des Körpers bei Babys und Kleinkindern und kann folgende Ursachen haben:

1. Selbstberuhigung und Entspannung

Es ist zwar ein seltsamer Anblick, aber viele Babys und Kleinkinder schaukeln und wackeln, um sich zu beruhigen oder zu entspannen.

Dabei können sie im Vierfüßlerstand hin und her wackeln oder rhythmisch mit dem Kopf rucken, und zwar vor dem Schlafengehen, beim Essen, beim Spielen, wenn sie nachts aufwachen oder auch im Schlaf.

3 Monate altes Baby dreht den Kopf hin und her – Entwicklungsexpertinnen und Experten vermuten, dass dieses Wackeln, Schütteln und Rucken mit der Wirkung einer Schaukel zu vergleichen ist und Kindern dabei hilft, zur Ruhe zu kommen.

2. Frustration

6 Monate altes Baby dreht den Kopf hin und her – Wenn dein Baby gerade mal sechs Monate alt ist, nun damit angefangen hat, den Kopf hin und herzudrehen, dann macht es so vielleicht seinen Frust deutlich.

Warum viele Babys in dieser Zeit damit anfangen, liegt vielleicht daran, dass sie ab der 26. Woche lernen, Gefühle wahrzunehmen.

Auch später kann es zur Gewohnheit werden, beispielsweise bei einem Wutausbruch den Kopf zu schütteln und sich so ein Ventil zu verschaffen.

3. Schmerzberuhigung

Ohrenschmerzen, das Durchbrechen der Zähne, eine Infektion oder andere Schmerzen können auch die Ursachen für wilde Kopfbewegungen sein.

So lenken sie sich von den unangenehmen Gefühlen ab und das Schütteln sorgt für ein wenig Linderung.

4. Aufmerksamkeit

Hat dein Kind erstmal verstanden, dass du ihm schlagartig deine Aufmerksamkeit widmest, wenn es den Kopf hin und her dreht, dann könnte es das Kopf-Ruckeln auch dafür nutzen, damit du dich ihm zuwendest.

5. Entwicklungsproblem

eine ernsthafte Mutter, die ein weinendes Baby anschaut und ihre Hand hält

Vor dieser Erklärung hast du natürlich Angst. Aber sei bitte beruhigt, denn das Kopf-Wackeln ist sehr selten das Signal für ein ernsthaftes Problem, eine Krankheit oder Störung. Schließlich kommen diese Sachen mit weiteren Warnsignalen.

Dein Kind ist also nicht gleich autistisch, wenn es mit dem Kopf wackelt. Auch das Kiss-Syndrom oder andere Entwicklungsstörungen müssen nicht dahinterstecken.

Dabei kommen nämlich mehrere Anzeichen zusammen, die in der Regel auffällig sind.

Anzeichen für Autismus

Ist dir aufgefallen, dass dein Kind auch mit über sechs Monaten kein breites Lächeln zeigt oder andere Gesichtsausdrücke macht? Reagiert es mit einem Jahr noch immer nicht auf seinen Namen?

Vermisst du auch nach dem vollendeten ersten Lebensjahr das Brabbeln? Winkt es da immer noch nicht?

Das sind nämlich weitere Anzeichen für Autismus.

Autistische Kinder haben Schwierigkeiten, in Beziehung zu anderen Menschen zu treten.

Von klein an zeigen sie kaum Interesse daran, körperlichen Kontakt zu haben und machen den Anschein, dass sie durch einen durchgucken würden.

Auch die motorischen und sprachlichen Fähigkeiten sind deutlich im Rückstand.

Baby liegt zu Hause im Bett

Anzeichen für das Kiss-Syndrom

Wenn dein Baby auch nach dem dritten Lebensmonat exzessiv schreit (ein sogenanntes Schreibaby ist), eine deutliche Gesichtsasymmetrie (das eine Auge ist viel größer als das andere), einen Plattkopf hat, meistens nur in eine Richtung blickt und seine Motorik eingeschränkt ist, dann könnte es am Kiss-Syndrom leiden.

Kiss ist dabei die Abkürzung für Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung, wobei die Kopfgelenke blockiert sind und sich die Muskeln dort deshalb verkürzen und verkrampfen.

Das kann nach einer traumatischen Geburt passieren und durch Kaiserschnitt, Geburtszange oder Saugglocke ausgelöst werden.

Weitere Anzeichen für eine mögliche Störung

Wenn dein Kind bereits älter als eineinhalb ist und erst dann zum ersten Mal mit dem Kopfschütteln anfängt, solltest du es zum Kinderarzt bringen.

Achte auch darauf, ob dein Kind nur in beängstigenden oder belastenden Situationen den Kopf schlagartig hin und her dreht und ob sich seine Entwicklung auffällig verzögert.

Natürlich solltest du auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn sich dein Kind beim Kopfschütteln tatsächlich verletzt.

Wie du siehst, ist das Kopf-Drehen an sich noch kein annähernd ausreichender Hinweis auf eine mögliche Störung.

Hast du Sorgen und Bedenken, dass etwas mit deinem Baby nicht stimmt, bringe es bitte zum Kinderarzt, der es untersucht und dich ggf. zu einem Spezialisten weiterleiten kann.

Du kannst ein Video deines Babys aufnehmen, während es den Kopf schüttelt und es dem Kinderarzt zeigen. Überlass die Diagnose bitte den Ärzten.

Baby dreht den Kopf hin und her – Was kann ich dagegen tun?

Mutter spielt mit ihrem Baby auf dem Boden neben dem Bett

Auch wenn deine Bedenken aus dem Weg geräumt sind, möchtest du vielleicht trotzdem dein Kind dazu bringen, sich das Kopfschütteln abzugewöhnen.

Das ist verständlich, da es tatsächlich ziemlich erschreckend aussehen kann, wenn ein Baby mit dem Kopf wackelt.

Hier sind einige Tipps, die du beherzigen kannst. Aber denk bitte dran, dass es fürs Baby ungefährlich ist und ihm ein Wohlgefühl bereitet.

1. Sorge vor, damit es zu keinen Verletzungen kommen kann

Na klar hat dein Kind eine Schmerzgrenze und tut sich nicht absichtlich weh. Die wenigen Kopf-Stöße und Kratzer sind noch keine Verletzungen.

Damit das auch so bleibt, solltest du am besten alle paar Wochen die Bolzen und Schrauben des Bettchens überprüfen, damit du sicher sein kannst, dass sich nichts gelöst hat.

Von Kissen, Decken und Kuscheltieren als Puffer zwischen dem Kind und dem Gitter ist aber dringend abzuraten, denn es besteht Erstickungsgefahr. Versuch es lieber mit einer Bettumrandung oder einem Babynest.

Und bewahre die Ruhe. Dein Kind wird früher oder später von selbst mit dem Kopf-Ruckeln aufhören.

2. Schenke dem Kopfschütteln keine Aufmerksamkeit

Baby 10 Wochen dreht Kopf hin und her – Wenn du dich plötzlich deinem Kind zuwendest, wenn es den Kopf hin und her dreht oder den Tonfall änderst, kann das dein Kind in seinem Verhalten bestärken.

Vor allem ein Neugeborenes versteht nicht, was vor sich geht.

Dein Kind sollte besonders viel Zuneigung von dir bekommen, wenn es nicht mehr mit dem Kopf wackelt.

Diese Art der positiven Rückmeldung ist die beste Lösung.

3. Das Einschlafritual

Mutter und Babysohn lesen ein Buch im Bett, bevor sie schlafen gehen

Dein Kind stößt vielleicht vor allem abends gerne mit dem Kopf? Dann möchte es so runterkommen von all dem, was es am Tage erlebt hat.

Dient dieses Verhalten zur Entspannung, kannst du ja für Ersatz sorgen und schauen, ob es so angenommen wird.

Kinder baden gerne und manche gehen erst nach einem warmen Bad ins Bettchen. Auch ein schönes, gleichmäßiges Gute-Nacht-Lied tut seine Dienste oder das Anschauen von Büchern.

Alle anderen Spielsachen bitte wegräumen und nur ein, zwei Bücher anbieten.

Und warum nicht dabei kuscheln? Wenn du dich deinem Kind dazu noch körperlich hinwendest, es auf dem Schoß wiegst oder über den Rücken streichelst, dabei vielleicht noch leise, ruhige Musik im Hintergrund läuft, wird das alles zur angenehmen Bett-Routine für dein Kind.

4. Lass dein Kind sein Rhythmusgefühl anders ausleben

Kinder sind sehr sensibel für Rhythmus und die Gleichmäßigkeit dabei sorgt für die beruhigende Wirkung.

Sie bewegen sich natürlich auch gerne und vor allem kleine Babys haben da nicht besonders viel Spielraum, bis sich ihre motorischen Fähigkeiten entwickelt haben.

Sorge dafür, dass dein Kind genügend Gelegenheiten hat, sich auszutoben. Lass es krabbeln, verbringe so viel Zeit wie möglich an der frischen Luft mit ihm und geht auf den Spielplatz.

Mit einem Metronom oder mit gelegentlichem rhythmischen Klatschen kannst du deinem Kind dann dabei helfen, zur Ruhe zu kommen.

Abschließende Gedanken

Mutter umarmt ihr Baby, während sie auf dem Boden neben dem Bett sitzt

So viele Kinder es auch tun, Eltern sind darüber besorgt, wenn ihr Kind mit dem Kopf hin und her dreht, ruckelt, schaukelt, wackelt.

Das ist aber ein normales Verhalten bei Babys und Kindern, das als stereotypisch bezeichnet wird. Ob einige Monate oder auch Wochen alt, ein Fünftel aller Babys tun es.

Hauptsächlich geht es darum, sich zu beruhigen oder zu entspannen.

In diesem Beitrag habe ich noch weitere mögliche Ursachen genannt, vom Ausdruck einer Frustration bis zur Schmerzberuhigung.

Zwar wird das Kopfschütteln auch mit Störungen wie Autismus und dem Kiss-Syndrom in Verbindung gebracht, aber darauf deuten noch weitere wirklich auffällige Anzeichen hin und die Diagnose kann nur von Ärzten gestellt werden.

Wenn dein Kind erst ab etwa 1,5 Jahren damit anfängt, den Kopf hin und herzudrehen, kein Lächeln, Strampeln, Brabbeln zu beobachten war oder du merkst, dass es sich weit unter dem Altersdurchschnitt entwickelt, dann lasse es vom Kinderarzt untersuchen.

In den meisten Fällen ist das Kopf-Ruckeln aber harmlos und kann dem Baby sogar abgewöhnt werden. Hier habe ich dir einige Tipps genannt, wie man dabei herangehen kann.

Viele Kinder hören mit der Zeit einfach selbst damit auf.

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