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Baby überstreckt sich – Wann sollte man mit dem Kind zum Arzt?

Baby überstreckt sich – Wann sollte man mit dem Kind zum Arzt?

Der Anblick irritiert, die Sorgen machen sich breit: Mein Baby überstreckt sich, was kann ich tun?

Diese Frage stellen sich viele, vor allem frisch gebackene Eltern mit dem ersten Kind.

Was steckt dahinter, wenn ein Baby den ganzen Körper anspannt und seinen Kopf nach hinten wirft?

Was bedrückt es? Wie kann man helfen?

Bei der Überstreckung wirft das Baby den Kopf weit in den Nacken, wobei die Wirbelsäule gekrümmt wird, was sehr unnatürlich wirkt. Babys wimmern, weinen oder schreien dabei auch oft.

Nicht jedes Baby macht das, aber häufig stecken harmlose Gründe dahinter. Wenn dein Kleines sich aber häufig überstreckt, solltest du den Kinderarzt aufsuchen.

In diesem Beitrag erfährst du die Ursachen für Überstreckung bei Säuglingen und Tipps, was du in diesen Fällen tun kannst.

Denn Babys machen einfach Dinge, die wir Erwachsenen als unnatürlich empfinden. So wird das Lachen während des Schlafens als süß angesehen doch, wenn du entdeckst, dass dein Sprössling mit offenen Augen schläft, wirst du es kaum fassen können. 

Doch dies und vieles mehr sind ganz normale Erscheinungen, die nicht immer ein Grund für Alarm sind. 

Baby überstreckt sich – Mögliche Ursachen

Mutter hält weinendes Baby in den Armen und versucht es zu trösten

Auch wenn ein Kind sich regelmäßig überstreckt, muss nicht unbedingt etwas Ernsthaftes dahinterstecken im Sinne einer medizinischen Ursache oder Entwicklungsstörung.

Fürs Baby sind dabei die Ursachen für Überstreckung aber nicht weniger unangenehm, also sollte man dieses Verhalten nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ob Überforderung oder Bauchschmerzen dazu führen, dass dein Baby sich überstreckt, kannst du nach genauer Beobachtung feststellen.

In manchen Fällen gibt es auch andere Gründe, die eine Behandlung durch Osteopathen (informiere dich bitte genau über Osteopathie!), Physiotherapeuten oder Orthopäden notwendig machen.

Schauen wir uns die Ursachen aber erstmal an.

1. Geburtstrauma

Ein Geburtstrauma kann durch Verschiedenes ausgelöst werden. Nicht nur beim Kaiserschnitt kommt das vor.

Viele Babys erleiden beim Geburtsvorgang nämlich viel Druck auf die Halswirbelsäule.

2 Wochen altes Baby überstreckt sich – Hilfsmittel wie Geburtszange oder Saugglocke oder auch das Ziehen und Ruckeln am Köpfchen vonseiten der Hebamme oder des Arztes bei der Geburt können dazu führen, dass der Säugling früh damit anfängt, sich zu überstrecken.

Die Verspannungen sind für den kleinen Körper purer Stress und können auch zu anderen Problemen führen.

Zum Beispiel atmet das Baby schlechter durch die Nase und hat Schwierigkeiten beim Stillen oder beim Trinken aus der Flasche.

Es kann zu häufigem Schluckauf und unruhigem Schlaf kommen.

2. Überforderung, Überreizung und Stress

Mutter hält ihr weinendes Baby und versucht sie zu trösten

Das ist die häufigste Ursache der Überstreckung von Säuglingen, weshalb du nicht vom Schlimmsten ausgehen und dein Kind erstmal eine Weile beobachten kannst.

Babys sind sehr empfindlich und verfügen über kaum Möglichkeiten und Fähigkeiten, sich mitzuteilen oder selbst zu regulieren.

Auch die Geburt an sich ist sehr anstrengend und erfordert Erholung.

Wenn du es kaum erwarten kannst, dein Kind der Familie und Freunden zu zeigen und in deiner guten Stube viel Trubel und Umgang herrscht, kann das beim Baby für Überforderung sorgen, auf die es vielleicht mit Angst und Überstreckung reagiert.

Dein Baby hat denkbar wenige Möglichkeiten, dir mitzuteilen, dass von Menschen, vom Fernseher, Radio oder Sonstigem zu viele Reize kommen.

Manche Kinder schreien und weinen nur, manche drehen den Kopf hin und her und andere überstrecken sich, um sich auszudrücken und etwas gegen die Spannungen zu tun.

3. Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe

Die üblichen Übeltäter sind Dreimonatskoliken, Blähungen und Bauchweh.

Pupst dein Baby viel? Zieht es mal die Beinchen bis zum Bauchnabel hoch, um sich im anderen Augenblick zu überstrecken? Dann könnte es sich um Verdauungsprobleme handeln.

Der Magen-Darm-Trakt braucht erstmal Zeit, um auszureifen. Manchmal haben von Bauchschmerzen und Koliken betroffene Kinder sogar Krampfanfälle.

Für Ruhe sorgen, den Bauch des Babys wärmen und massieren und Stuhlgang abhalten, kann Linderung verschaffen.

4. Refluxkrankheit

Neugeborenes Baby weint in den Armen der Mutter

Beim Stillen und Füttern fällt vielen Eltern auf, dass ihre Babys flüssig aufstoßen.

Manche tun das mehr als andere, während sie manchmal dabei auch den Kopf überstrecken. Das Aufstoßen ist ganz normal für ihre Entwicklung.

Da der Magen bei Säuglingen sehr klein und der Schließmuskel nicht richtig entwickelt ist, kommt der Mageninhalt einfach wieder die Speiseröhre hoch.

Darauf können Babys empfindlich reagieren.

Wenn du vermehrtes Spucken nach der Mahlzeit bei deinem Baby beobachtest und es sich dabei vor Schmerzen krümmt und überstreckt, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Es kann sich nämlich um eine Refluxkrankheit handelt, wobei die zurückfließende Nahrung für Schäden an der Speiseröhre, den Atemwegen oder der Lunge sorgt.

5. Wachstumsschub

Die berüchtigten Wachstumsschübe halten jede Menge positive wie negative Überraschungen bereit.

Wenn dein Baby gehäuft bei Wachstumsschüben das Köpfchen überstreckt und ansonsten eher nicht, dann kannst du davon ausgehen, dass es sich auf diese Weise Ausdruck und Erleichterung verschaffen möchte.

10 Monate altes Baby überstreckt sich – Die vielen Veränderungen in der geistigen, emotionalen und motorischen Entwicklung im ersten Lebensjahr sind schließlich nicht nur aufregend, sondern auch stressig. Achte in diesen Phasen besonders auf Ruhe.

Am besten nichts an der Alltagsroutine ändern und den gewohnten Abläufen nachgehen.

6. Kiss-Syndrom oder Tonusasymmetrie

Baby weint auf der Couch, während ihre Mutter versucht, sie zu trösten

Es kann auch an Problemen mit dem Bewegungsapparat oder an Blockaden der Wirbelsäule liegen, dass dein Baby sich oft überstreckt.

Legt es das Köpfchen oft in den Nacken, macht aber ansonsten wenige Bewegungen, steckt vielleicht eine Tonus-Asymmetrie dahinter. Strampeln und Krabbeln stehen dabei nicht auf der Tagesordnung.

Ist nur das Kopfgelenk von einer Dysfunktion bzw. Blockade betroffen, spricht man vom Kiss-Syndrom (Kopfgelenk-Induzierte-Symmetrie-Störung).

Die Haltungsasymmetrie wird meistens durch eine auffällige Gesichtsasymmetrie verstärkt (z.B. ein Auge größer als das andere), die seit der Geburt besteht.

Aufgrund der Bewegungseinschränkung hat das Baby eine Abneigung gegenüber der Bauchlage (die ja bis zu einem bestimmten Alter im Schlaf auch vermieden werden sollte), sodass auch ein Plattkopf droht.

Das Kiss-Syndrom ist behandlungsbedürftig, denn es führt zu Entwicklungsverzögerungen.

Bei einem positiven Befund wird vom Kinderarzt oder Kinderorthopäden in der Regel Physiotherapie verschrieben.

Säugling überstreckt sich – Worauf bei den Beobachtungen zu achten ist

Kinderarzt hält weinendes Baby in Klinik

Natürlich ist es schwierig, erstmal Ruhe zu bewahren und zu beobachten, wenn man fast verrückt vor Sorge um das eigene Kind wird.

Bitte bedenke aber, dass du dem Kinderarzt so mehr Infos geben und die Diagnose erleichtern kannst.

Wahrscheinlich wird sich ohnehin herausstellen, dass alles in Ordnung ist und keine medizinischen Gründe hinter dem Überstrecken liegen. Halte bei deinen Beobachtungen Ausschau nach Folgendem:

• Wann kommt es zu Überstreckungen?

• Ist dein Baby beim Überstrecken sehr unruhig, schreit es und spuckt es dazu?

• Lässt sich dein Baby wieder beruhigen oder wird die Sache durch solche Versuche sogar noch schlimmer?

• Lässt sich dein Baby ablenken, wenn es sich überstreckt?

• Hast du Auffälligkeiten wie Asymmetrien bemerkt?

Beim Versuch das Kind zu beruhigen oder abzulenken, kann sich die Überstreckung sogar verschlimmern.

Du solltest aber trotzdem die Ruhe bewahren und sanft auf dein Kind einreden, damit es merkt, dass es mit seinen Beschwerden nicht alleine ist.

Wurden beim Arztbesuch Probleme mit dem Bewegungsapparat und andere medizinische Gründe ausgeschlossen, sollte man seinen Alltag genauer unter die Lupe nehmen.

Baby überstreckt sich – Für Ruhe und Entspannung sorgen

Baby schläft auf der Brust der Mutter auf dem Bett

Oft merken wir nicht einmal, wie unruhig unsere Umgebung ist.

Wenn es ältere Geschwister in der Familie gibt, kann man aber die Lautstärke nicht einfach wie beim Fernseher herunterdrehen.

Umso wichtiger ist es, das Baby zu beobachten und dafür zu sorgen, dass es vom Lärm und zu vielen Reizen abgegrenzt wird.

Fernseher und Radio sollten in Anwesenheit des Babys möglichst nicht laufen.

Auch die Mutter sollte gut auf die eigenen Bedürfnisse achten und sie keinesfalls vernachlässigen, da sich der Stress, den sie erfährt, aufs Baby überträgt.

Den meisten Babys hilft es enorm, wenn sie in der Babytrage oder im Tragetuch getragen werden.

Dicht am Körper ist ihnen nicht nur wärmer, sondern sie fühlen sich auch geborgen.

Abschließende Gedanken

Neugeborenes Baby weint, während Mutter es tröstet

Leichter gesagt, als getan: Ruhe bewahren, wenn Babys sich überstrecken.

In vielen Fällen ist das Verhalten ein Ausdruck von Überreizung und Überforderung.

In diesem Beitrag bin ich den Gründen nachgegangen, die dazu führen, dass manche Babys sich überstrecken.

Diese können harmlos und auf einen Wachstumsschub oder auf Koliken zurückzuführen sein, oder das Kind leidet an einer Bewegungsbehinderung, wie es die Tonusasymmetrie ist.

Meistens gehen medizinische Ursachen aber mit weiteren Auffälligkeiten wie mit vermehrtem Spucken oder einer Gesichtsasymmetrie einher.

Da diese nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten, suche bei häufigem Überstrecken deines Babys bitte zeitnah einen Kinderarzt auf.

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