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Baby Spuckt Viel – Was Hilft Dagegen Und Bei Welchen Anzeichen Zum Arzt?

Baby Spuckt Viel – Was Hilft Dagegen Und Bei Welchen Anzeichen Zum Arzt?

Eine frisch gebackene Mama hat mit vielen Fragen und Sorgen zu kämpfen und eine davon ist: “Mein Baby spuckt viel, ist das ein Grund zur Besorgnis?”

Allen Eltern sind die Situationen vertraut, in denen Babys nach dem Stillen oder nach dem Fläschchen flüssig aufstoßen.

Warum wird das Spucktuch zum festen Begleiter in den ersten Lebensmonaten des Babys? Was hat es mit dem Bäuerchen auf sich, was hilft dem Baby und was sollte man vermeiden? Bis wann dauert das Spucken bei Speikindern?

Was hilft gegen das Spucken und wann sollte man einen Arzt zurate ziehen?

In diesem Beitrag findest du die Antworten.

Mein Baby spuckt viel – Speikinder sind Gedeihkinder, oder etwa nicht?

Baby spuckt klare Flüssigkeit aus

Hast du schon von der Redensart “Speikinder sind Gedeihkinder” gehört? Der Volksmund liegt richtig, denn etwa die Hälfte aller Säuglinge sind besonders in den ersten drei Lebensmonaten Speibabys.

Man geht davon aus, dass der Magen dann so gut gefüllt ist, dass er quasi überläuft.

Dabei speien Babys unterschiedlich. Mal ist es direkt nach dem Stillen oder Fläschchen, dass am Mundwinkel etwas Milch herunterrinnt und mal wird eine größere Menge im Bogen ausgespuckt.

In der Regel lässt das Speien nach dem vierten Lebensmonat nach, kann aber auch länger anhalten, beispielsweise bis zur Einführung der Beikost.

Gute Nachricht ist, dass kein Grund zur Sorge besteht, wenn das Baby regelmäßig zunimmt, sich also gut entwickelt und gedeiht.

Aber wenn das Kind nicht nur zwei- oder dreimal, sondern häufiger und nicht nur kleine Mengen ausspuckt, dann bekommen die Eltern es verständlicherweise mit der Angst zu tun.

Sie stellen sich meistens diese Fragen: Hat mein Baby noch genug Nahrung im Bauch, wenn es solche Mengen Milch aufstößt? Ist mein Kind vielleicht krank? Tut das Speien meinem Baby weh?

Die Antwort ist ein Widerspruch, denn ein Speibaby kann gesund sein und gut gedeihen, aber auch von einer Krankheit befallen sein.

In ihrer Sorge fotografieren viele Eltern die aufgestoßenen Milchpfützen, damit der Kinderarzt ein genaues Bild davon bekommt, wie viel Milch ausgespuckt wurde.

Baby spuckt viel Milch – Aber die Menge der ausgestoßenen Flüssigkeit kann nur sehr bedingt ein Anzeichen für Probleme sein.

Hast du mal ein Glas umgekippt, das nur zwei Finger breit mit Milch gefüllt war, dann weißt du, dass die Menge auf dem Boden nach viel mehr Flüssigkeit aussieht. Der Schein trügt also oft.

Baby spuckt plötzlich viel – In den meisten Fällen können Ärzte beruhigen.

Der Kindergastroenterologe aus Stuttgart, Dr. Axel Enninger, erklärt, dass etwa zwei Drittel aller Babys bis zu dreimal pro Tag speien, während um die 20 Prozent auch mehr als viermal spucken. Das Speien hört meistens nach dem ersten Geburtstag völlig auf.

Mein Baby spuckt viel – Warum Säuglinge speien

Baby spuckt Flüssigkeit

Dass Babys in den ersten Lebensmonaten spucken, ist ein ganz normales Phänomen, das mit der menschlichen Entwicklung zu tun hat. Bis die Nahrung im Magen ankommt, muss sie erst durch die Speiseröhre kommen.

An ihrem unteren Ende befindet sich ein Muskelring, der dafür sorgen soll, dass die Speise im Magen bleibt.

Allerdings ist bei Säuglingen nicht nur der Magen sehr klein (anfangs so groß wie eine Haselnuss), sondern auch der Schließmuskel noch nicht richtig entwickelt, weshalb der Mageninhalt nicht optimal gesichert ist.

Übrigens gilt es, flüssiges Aufstoßen vom Erbrechen zu unterscheiden.

Während sich beim Erbrechen das Zwerchfell und die Muskulatur der Speiseröhre zusammenziehen, um den Mageninhalt aktiv herauszuwürgen, fließt beim Ausstoßen die Nahrung wieder hoch und bis in den Mund zurück. Das wird Regurgitation genannt.

Dabei wird die Speiseröhre nicht gereizt und das Trinkspucken tut ansonsten auch nicht weh. Außerdem produzieren Säuglinge kaum Magensäure.

Das heißt, dass dein Baby nicht spuckt, weil es zu viel Nahrung aufgenommen hat oder die Milch nicht verträgt. Es liegt einfach am Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der noch nicht ausgebildet ist und noch nicht zuverlässig arbeitet.

Wenn der Muskel gespannt wird, kann er erschlaffen. Auch beim Wechsel der Position, vom Bauch auf den Rücken oder umgekehrt, führt die Schwerkraft dazu, dass das Baby spuckt.

Das Baby kann zudem direkt nach der Nahrungsaufnahme spucken oder auch etwas später. Im letzteren Fall sieht die Milch bereits angedaut aus.

Mein Baby spuckt viel – Wann ist ein Arztbesuch anzuraten?

Baby spuckt aus

Tatsächlich ist es normal, dass ein Neugeborenes in den ersten Tagen nach der Geburt erstmal an Gewicht verliert, aber sehr schnell sollte das Baby während der ersten sechs Lebensmonate 140 bis 170 Gramm pro Woche zunehmen.

Behalte also stets das Gewicht deines Kindes im Auge.

Es gibt bestimmte Symptome, bei denen Eltern unbedingt handeln und das Kind zum Arzt bringen sollten:

• wenn das Baby nicht nur sehr oft spuckt, sondern auch sehr blass ist und seine Gewichtszunahme unter der Norm liegt

• wenn das Erbrochene eine grünliche Verfärbung hat

• wenn das Kind Schmerzen hat, was sich durch häufiges Weinen und Schreien sowie durch Krümmen des Rückens bemerkbar macht

• wenn das Baby keucht, hüstelt, sich oft räuspert, was ein Zeichen dafür sein kann, dass die Speiseröhre durch Magensäure gereizt ist

• wenn das Kind auch dann spuckt, wenn es völlig nüchtern ist und auch einige Stunden zuvor keine Nahrung aufgenommen hat

• wenn die Windel trocken bleibt, was bedeutet, dass sich Darm und Blase nicht entleeren

• wenn schwallartiges Erbrechen auftritt, bei dem sich die Magen-Darm-Muskeln verkrampfen und die Nahrung dabei in großer Menge und mit Druck ausgespien wird

• wenn das Baby Fieber und Durchfall hat und viel Flüssigkeit verliert.

Im Fall der ersten drei Symptome kann eine Verengung im Magen-Darm-Trakt bestehen. Der Arzt diagnostiziert so eine Engstelle in der Regel mittels Ultraschall. Meistens lässt sich in so einem Fall eine Operation nicht vermeiden.

Der gastroösophagealer Reflux ist ein Krankheitsbild, bei dem das Zurückfließen der Nahrung so stark ist, dass die Babys immer wieder größere Mengen erbrechen.

Dabei machen sie einen merkbar unruhigen und unleidlichen Eindruck, denn es sorgt für unangenehme Schmerzen, wenn die Speiseröhre durch die Säure ständig gereizt ist.

Es kann aber auch eine Refluxkrankheit hinter den Beschwerden stecken, wenn die zurückfließende Nahrung Schäden an der Speiseröhre oder an den Atemwegen und an der Lunge führt.

Was Blut angeht, so kann es bei Stillkindern auch falschen Alarm geben, denn das Speikind spuckt manchmal nicht sein eigenes, sondern das Blut der Mutter, wenn diese entzündete oder wunde Brustwarzen hat.

Blutfäden im Ausgestoßenen können aber auch darauf hindeuten, dass eine Kuhmilchallergie besteht, die einer Behandlung bedarf.

Auf jeden Fall aber sollten Eltern umgehend eine Klinik oder einen Arzt aufsuchen, wenn das Kind Zeichen von Austrocknung und Apathie zeigt.

Mein Baby spuckt viel – Was gegen häufiges Spucken hilft

Auch wenn dein Baby glücklicherweise gut gedeiht und keine Krankheitssymptome zeigt, musst du dich nicht völlig mit dem Spucken abfinden. Es gibt nämlich einige Tricks, mit denen das Speien beeinflusst werden kann.

1. Das Baby öfter anlegen

Mutter wischt ihrem Baby das Gesicht ab, nachdem sich ein Baby erbrochen hat

Wenn du dein Baby stillst und es eifrig saugt, dann hat es vielleicht zu viel Milch getrunken. Es gilt der Ratschlag der meisten Hebammen und Stillberaterinnen, das Baby nach Bedarf anzulegen.

Die meisten Mütter lernen in den ersten Monaten das sogenannte Clusterfeeding kennen, wenn das Baby in vielen kürzeren Abständen kleinere Mengen Milch aufnimmt, was sich über Stunden hinziehen kann.

Wenn es aber viel spuckt und beispielsweise nur alle vier Stunden trinken möchte, kannst du versuchen, es häufiger anzulegen oder ihm öfter das Fläschchen zu geben.

Dann trinkt es öfter und weniger, sodass der kleine Magen nicht allzu voll wird. Du solltest übrigens auch davon ablassen, nach dem Spucken nachzufüttern. Wie gesagt, wenn das Kind weiterhin an Gewicht zunimmt und keine Krankheitssymptome zeigt, dann ist alles in Ordnung.

2. Für Ruhe sorgen

Besonders den Kleinsten schlägt Stress so richtig auf den Magen. Deshalb beobachten Stillberaterinnen Mütter mit ihren Kindern ganz genau, um zu sehen, wie das Baby trinkt und ob die Mutter Schmerzen oder andere Beschwerden hat.

Es ist anzuraten, beim Stillen und Füttern für Ruhe zu sorgen, dabei auch das Handy zur Seite zu legen oder den Fernseher auszumachen, zumindest so lange, bis man eine stabile Stillbeziehung aufgebaut hat.

Eine Hebamme oder Stillberatung sorgen dafür, dass Mutter und Kind professionelle Unterstützung bekommen und die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Stillstarts überwinden können.

3. Saugbedürfnis des Babys befriedigen

Junge Frau stillt ihr Baby zu Hause

Auch wenn es nicht so oft der Fall ist, kann es trotzdem passieren, dass ein Baby zu viel trinkt und deshalb spuckt.

Eigentlich ist es nicht möglich, dass Säuglinge überfüttert werden, weder mit Muttermilch noch mit PRE-Milch, aber Babys saugen ja nicht nur, um satt zu werden, sondern auch, um sich zu beruhigen und zu regulieren.

Baby spuckt viel Milch nach Stillen – Manche Mütter haben Angst, zu wenig Milch zu haben, während andere sogar so viel Milch produzieren, dass das Baby zwar rasch satt wird, aber immer noch saugen möchte.

Und dann trinken manche zu viel und manche lassen die Milch einfach aus dem Mund fließen.

Stillende Mütter versuchen dann am besten, die entleerte Brust zum Saugen anzubieten. Deine prall gefüllten Brüste kannst du auch vor dem Anlegen des Babys ausstreichen, damit nicht zu viel Milch auf einmal herauskommt.

Außerdem hilfst du so deinem Kind, die Brust besser zu fassen und bleibst vor wunden Brustwarzen verschont.

Wenn das Baby mit dem Fläschchen gefüttert wird, kann man ja einen Schnuller anbieten.

4. Auf den richtigen Sauger und ein blasenfreies Fläschchen achten

Manche Babys mögen Sauger aus Latex und andere aus Silikon und bei manchen macht ein größerer Sauger, der die Form einer Brustwarze hat, mehr Sinn als bei anderen. Doch die Löcher am Sauger sollten in keinem Fall zu groß sein, damit nicht zu viel Milch fließt.

Baby spuckt viel nach PRE-Nahrung – Vielleicht versuchst du es ja mit einer Anti-Kolik-Flasche?

Außerdem solltest du bei der Zubereitung des Fläschchens darauf achten, dass sich die Milchbläschen nach dem Schütteln gelegt haben, damit das Baby beim Saugen nicht mehr Luft verschlucken sollte, als unbedingt nötig.

5. Erst nach dem Wickeln füttern

Mutter beim Windelwechseln beim Neugeborenen

Das Baby sollte nach dem Füttern Ruhe haben, um verdauen zu können.

Das heißt, dass du das Wickeln besser vor der Nahrungsaufnahme erledigst, denn wenn das Kind mit vollem Bauch gedreht und bewegt wird, kann der damit verbundene Druck für einen Rückfluss der Nahrung sorgen.

6. Günstigere Stillpositionen einnehmen

So wie die Schwerkraft manchmal fürs Ausspucken sorgt, so kann sie auch dagegen helfen. Du kannst also versuchen, dass Kind mit einem Stillkissen höher zu betten. Die aufrechte Stillposition hilft manchmal dabei, dass die Nahrung im Magen bleibt.

Auch wenn das Baby im Tragetuch oder in einer Babytrage in aufrechter Haltung nach der Nahrungsaufnahme getragen wird, kann das nicht nur gegen das Speien helfen, sondern ist auch förderlich fürs Bäuerchen.

7. Das Bäuerchen wird überbewertet

Mutter füttert ihr Baby mit einer Flasche Milch

Anders als viele vermuten würden, hat das Bäuerchen tatsächlich keinen Einfluss auf das Spucken. Also solltest du dein Baby auch nicht zum Aufstoßen animieren und erst recht nicht dafür wecken, während es friedlich an deiner Brust schläft.

Es ist schon sinnvoll, das Baby zwischendurch beim Stillen zum Bäuerchen anzuheben, wenn es hastig trinkt. Das gilt übrigens besonders für Babys, die aus der Flasche trinken, da sie mehr Luft beim Trinken verschlucken.

Das Baby sanft anzuheben, reicht völlig aus und du muss ihm nicht auf den Rücken klopfen.

Abschließende Gedanken

Mutter hält ein neugeborenes Baby im Arm

Man sollte bedenken, dass ein Neugeborenes im ersten Lebensjahr ganze acht Entwicklungsphasen durchmacht und sein Magen innerhalb von nur zwei Wochen von der Größe einer Haselnuss bis zur Größe eines Hühnereies heranwächst.

Sein Verdauungssystem ist nach der Geburt noch nicht ausgereift und der Schließmuskel, der den Magen von der Speiseröhre abgrenzt, funktioniert noch nicht richtig. So kommt es bei etwa zwei Drittel aller Babys zum Zurückfließen von Nahrung.

Mal rinnt sie den Mundwinkel runter und mal wird sie sogar im hohen Bogen ausgespuckt.

In diesem Beitrag habe ich dir die Symptome genannt, die auf eine Krankheit hindeuten, wie beispielsweise den gastroösophagealen Reflux oder die Refluxkrankheit.

Behalte vor allem das Gewicht deines Babys im Auge und besuche bei Anzeichen von Gewichtsstillstand oder sogar Gewichtsabnahme umgehend einen Kinderarzt.

Außerdem findest du hier auch Tipps und Tricks, wie du das Spucken abmildern kannst, damit das Lätzchen etwas seltener zum Einsatz kommen muss.

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