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Schwanger Mit 40 – Ist Das Mutterglück Ein Risiko?

Schwanger Mit 40 – Ist Das Mutterglück Ein Risiko?

Du bist vielleicht schon über 30 oder auch über 40 und musst endgültig feststellen, dass du einen Kinderwunsch hast? Wie gefährlich ist es, schwanger mit 40 zu werden?

Dir ist bekannt, dass es heutzutage nicht mehr selten ist, dass Frauen über 40 schwanger werden und es ist dir auch zu Ohren gekommen, dass die Zahl der Frauen, die über 35 ihr erstes Kind bekommen, stetig steigt?

Wahrscheinlich hast du auch über die Gefahren von Fehlgeburten und möglichen Gendefekten erfahren, die öfter bei späten Schwangerschaften vorkommen?

Vielleicht hast du auch schon ein oder zwei Kinder und wünschst dir eine zweite oder  dritte Schwangerschaft, hast aber Angst davor, schwanger mit 40 zu werden? Du fragst dich, wie die Erfolgsaussichten sind und welche Belastungen und Risiken warten?

Hier gehe ich diesen Fragen nach, die späten Schwangerschaften einen problematischen Ruf bescheren. Doch schwanger mit 40 zu werden, hat auch seine Vorteile und auf diese möchte ich zuerst eingehen.

Schwanger mit 40 – Vorteile einer späten Schwangerschaft

zukünftige Eltern, die Sonogramm des Babys im Schlafzimmer betrachten

Bevor ich darauf zu sprechen komme, möchte ich dir hier einige statistische Daten vorstellen. Das ist mir wichtig, damit du siehst, dass du keinesfalls alleine dastehst mit dem Wunsch, schwanger mit 40 zu werden.

Als Risikoschwangere wird man übrigens bereits mit 35 eingestuft.

Zwar liegt das Durchschnittsalter von Müttern in Deutschland bei 29,5 Jahren, aber die Zahl der Spätgebärenden ist am Wachsen.

Das statistische Bundesamt zeigt in einem statistischen Portrait über das Leben von Frauen und Männern in Europa, dass im Jahr 2015 in Hamburg und Berlin über 5% aller Mütter im Alter von über 40 Kinder bekommen haben.

In Hessen, Bayern, Bremen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein waren es über 4%, in Brandenburg, NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen über 3% und in den restlichen Bundesländern über 2%.

In Großstädten und im Westen also entscheiden sich recht viele Frauen dazu, mit über 35 Jahren Mütter zu werden.

Die Gründe sind natürlich immer persönlicher Natur, aber man kann von dem Trend ausgehen, dass die Ausbildungszeiten länger werden und mehrere Karrierephasen anstehen, die so eine Entscheidung beeinflussen.

Viele mögen denken, dass man jünger sein muss, um die Strapazen einer Schwangerschaft, durchwachte Nächte und Schwierigkeiten bei der Erziehung, gut überstehen zu können, doch nicht unbedingt muss es so sein.

Mit der richtigen Ernährung und mit ausreichend sportlicher Betätigung bleiben Körper und Geist länger fit und das Alter stellt für die Ausdauer keine Hürde dar.

1. Ausgeglichenheit

schöne schwangere Frau, die auf der Couch liegt und schläft

Frauen, die mit 40 Jahren schwanger werden, sind oft ausgeglichener und zufriedener als jüngere Frauen. Sie haben schon vieles im Leben erlebt und ausprobiert und ihnen kann nichts mehr das Gefühl geben, dass sie etwas verpassen.

Es ist schon sehr wichtig, mit dem eigenen Standpunkt im Leben zufrieden zu sein, denn ein Kind fordert bedingungslose Hingabe.

2. Hohes Selbstbewusstsein

lächelnde schwangere Frau, die nahe dem Babybett im Schlafzimmer steht

Auch das Selbstbewusstsein ist bei Frauen, die über 35 Jahre alt sind, meistens stärker ausgeprägt. Schließlich hast du schon etliche Probleme gemeistert, Hindernisse überwunden und Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt.

All diese Erfahrungen werden dir zugutekommen, besonders für die Geduld im Umgang mit deinem Kind.

3. Stabiles Berufsleben

 lächelnde schwangere Geschäftsfrau, die am Bürotisch sitzt und Papiere liest

Bei älteren Schwangeren fällt in der Regel größerer Druck in Bezug auf Karriere weg. Denn mit 40 ist man meistens schon etabliert in seinem Job und hat eine Menge Arbeitserfahrung vorzuweisen.

Das ist wichtig für den beruflichen Wiedereinstieg nach Geburt und Mutterschutz.

4. Finanzielle Stabilität

schwangere Frau, die am Tisch sitzt und Finanzen berechnet

Eng damit verbunden sind natürlich finanzielle Stabilität und Sicherheit. Schließlich hat man mit einem Kind nicht nur für sich selbst zu sorgen und es kommen beträchtliche zusätzliche Kosten auf einen zu.

Dies gilt es bei der Familienplanung zu beachten. Man möchte dem eigenen Kind eine angenehme und beschwerdefreie Kindheit und die beste Ausbildung bieten können und das kann man nur, wenn man finanziell gut abgesichert ist.

5. Unterstützendes Umfeld

Frau kuschelt den schwangeren Bauch ihrer Freundin auf der Couch

Hinzu kommt noch, dass ältere Schwangere oft viele Freundinnen haben, die ihre Schwangerschaften und ersten Jahre des Mutterseins bereits hinter sich haben. Sie sind dann immerzu Quellen von wertvollen Informationen und Tipps rund um Schwangerschaft und um Erziehung.

Schwanger mit 40 – Die Fruchtbarkeit

lächelnde schwangere Frau, die auf der Couch mit Saft in der Hand sitzt

Es ist auf jeden Fall immer ein großes Glück, wenn man mit zunehmendem Alter schwanger auf natürlichem Weg wird, denn die Fruchtbarkeit der Eizellen nimmt, wie du bestimmt schon gehört hast, ab dem 30. Lebensjahr langsam aber beständig ab.

Laut Professor Dr. Christian Breymann, der die Gynäkologie und Geburtshilfe Seefeld und das Institut Perinatal in Zürich leitet, sind bei Frauen über 40 sogar 30-50% der Eizellen nicht mehr entwicklungsfähig beziehungsweise befruchtbar.

Das passiert, weil die Eizelle genetische Fehlanlagen beziehungsweise Gendefekte hat. Es gibt auch ungünstige biochemische Faktoren, die negativ beeinflussen, wie sich der Embryo entwickelt.

Nicht nur das Alter der Mutter spielt dabei eine Rolle, sondern auch das Alter des Vaters ist für den Erfolg entscheidend. Je länger der Mann den Kinderwunsch verlegt, können bei den Spermien nachteilige genetische Veränderungen auftreten.

Um das schon mal vorab deutlich zu machen, ist aus diesen Gründen der Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches für Paare in zunehmendem Alter oft lang und beschwerlich.

Liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres schwanger zu werden, in jüngeren Jahren noch bei 75%, so sinkt die Chance auf 40% oder höchstens 50% im Alter von 40 Jahren.

Wenn nach sechs Monaten bis einem Jahr keine Befruchtung stattgefunden hat, sollten sich ältere Paare medizinisch beraten lassen.

Oft kann es bei Frauen über 40 passieren, dass der Eisprung nicht stattfindet oder der Hormonhaushalt problematisch ist.

Trotzdem sollte man hier nicht den Kopf sinken lassen und den Mut verlieren, denn es ist durchaus möglich, dennoch auf natürlichem Wege schwanger zu werden.

Bei steigendem Alter ist es besonders wichtig, den Zyklus und dementsprechend die fruchtbaren Phasen gut zu kennen. Wenn du lange Zeit mit der Pille verhütet hast, dann kann es eine Weile dauern, bis sich dein Zyklus wieder einpendelt.

Oft werden auch Hormone verabreicht, damit ein Eisprung ausgelöst wird und eine Befruchtung stattfindet. Dein Frauenarzt wird dir wahrscheinlich raten, einen Anti-Müller-Hormon-Test zu machen.

Dieser Test ermöglicht die Einsicht in deine Eierstockreserven und eine Ferilitätsdiagnose. Je mehr reifungsfähige Eizellen du hast, desto höher wird die Konzentration des Anti-Müller-Hormons sein.

Die Eizellen- bzw. Follikelzahl wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:

Wie alt warst du bei deiner ersten Periode? Wie hoch war die Follikelanzahl bei der ersten Periode? Wie viele Follikel sterben bei jedem Eisprung ab? Wie viele Zyklen mit Follikelsprung gibt es?

Der Anti-Müller-Hormon-Test kann auch dazu verwendet werden, um zu überprüfen, ob eine künstliche Befruchtung in Frage kommt. Die Reproduktionsmedizin ist immerhin weit vorangeschritten.

Schwanger mit 40 – Die Risiken

Arzt berührt schwangeren Frau Bauch auf dem Krankenhausbett

Nun ist es natürlich klar, dass eine späte Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko darstellt.

Außer dass die Möglichkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, eingeschränkt ist, besteht ein höheres Risiko dafür, dass die Entbindung auch nicht auf natürlichem Wege geschehen kann und viele Frauen sich davor fürchten, dass Kaiserschnitt notwendig sein könnte.

Auch Fehlgeburten treten öfter auf als bei jüngeren Schwangeren. Davor fürchten sich vorwiegend jene Schwangere, die die Schwangerschaft nicht geplant haben und sich auch nicht dementsprechend benommen haben.

Wenn es ums Kinderkriegen geht, ist das Thema Risikoschwangerschaft natürlich immer unangenehm. Es ist jedoch wichtig, sich der Schwierigkeiten bewusst zu sein, die einen erwarten könnten.

1. Trisomie 21

Das Down-Syndrom beruht auf Chromosomenstörungen in den Zellkernen und man schätzt, dass auf 650 Geburten eine mit dieser Diagnose fällt. Es hat sich ergeben, dass bei Müttern, die über 40 sind, zwischen 1 und 4 von insgesamt 100 Föten diese Diagnose erhalten.

Neugeborene mit dem Down-Syndrom erkennt man am kurzen Kopf mit flachem Hinterkopf, am runden Gesicht und kurzem Hals. Die Augen stehen schräg.

Säuglinge mit dieser Diagnose können sich aber auch erstmal normal entwickeln und sind meist unauffällig. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Merkmale dann jedoch sichtbar.

Es ist in Deutschland allen Frauen über 35 möglich, vor der Geburt eine Chromosomenuntersuchung aus dem Fruchtwasser vornehmen zu lassen, die mit 99,9-prozentiger Sicherheit nachweisen kann, ob das Ungeborene Trisomie 21 hat.

Die Chromosomenstörung Trisomie 21 ist eine der häufigeren und leichteren Anomalien, jedoch werden nur wenige Kinder lebend ausgetragen. Die Hälfte der Föten sind aufgrund der schweren Behinderung nicht lebensfähig.

Die Gefahr von Fehlgeburten liegt bei 20%, wobei es auch zu kurzen Schwangerschaften kommen kann, die man gar nicht erst merkt, da ein Gendefekt dazu führt, dass die befruchtete Eizelle nach einigen Tagen oder Wochen abstirbt.

2. Thromboserisiko

Ein erhöhtes Thromboserisiko kann genetisch veranlagt sein. Bei einer Thrombose entstehen Blutgerinnsel in den Adern.

Wenn sie sich in den Arterien lösen, kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Lösen sie sich in den Venen, kann es zu einer Lungenembolie kommen.

Bei Frauen, die älter als 35 sind, bei Raucherinnen und bei Frauen mit Übergewicht steigt das Thromboserisiko an. Auch eine regelmäßige Einnahme der Antibabypille kann dieses Risiko steigern.

Vielleicht hast du schon gemerkt, dass auf dem Beipackzettel steht, dass bei einer Thromboseneigung die Pille nicht eingenommen werden darf.

3. Fruchtwasserembolie

Die Fruchtwasserembolie ist zwar ein sehr seltener, aber ein vom Fachpersonal gefürchteter und schwerer medizinischer Notfall, der bei der Geburt passieren kann. 2 bis 8 auf 100.000 Geburten sind von dieser lebensbedrohlichen Komplikation betroffen und in 11-44% der Fälle sterben betroffene Mütter daran.

Bei einer Fruchtwasserembolie gelangen das Fruchtwasser und seine festen Bestandteile über die Gebärmutter in den Blutkreislauf und somit auch in den Lungenkreislauf der Mutter, weshalb es eine Sonderform der Lungenembolie ist.

Obwohl es Risikofaktoren gibt, die einen solchen Fall begünstigen, tritt die Fruchtwasserembolie plötzlich auf.

Zu den Risikofaktoren gehören, neben einem höheren Alter der Mutter, auch die vorzeitige Ablösung der Plazenta, Schwangerschaftsdiabetes, künstliche Geburtseinleitung, zu viel an wehenfördernden Mitteln, Mehrlingsgeburten, Gebärmutterriss, Kaiserschnitt.

Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen und im Falle einer Fruchtwasserembolie sind sowohl Mutter als auch Kind auf eine sofortige intensivmedizinische Behandlung angewiesen.

Allerdings ist und bleibt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Notfalls sehr gering und liegt bei einem einzelnen Kind nur bei 0,00006 % und bei Mehrlingen bei 0.00015 %.

Abschließende Gedanken

Wie du siehst, gibt es wie bei jeder wichtigen Entscheidung im Leben sowohl Vorteile als auch Nachteile zu bedenken, wenn du überlegst, (wieder) schwanger mit 40 zu werden.

Schwangerschaft und Geburt können zu einer etwas größeren Herausforderung werden und eine gute Schwangerschaftsvorsorge ist, wie allerdings bei jeder anderen Schwangerschaft auch, sehr ratsam.

Es könnte durchaus etwas länger dauern, bis der Kinderwunsch erfüllt wird und vielleicht ist es auf natürlichem Weg nicht möglich, aber dann kann man sich Gedanken um eine künstliche Befruchtung machen.

Es gibt bestimmte Risiken, die man bedenken und sich im Voraus vom Arzt aufklären lassen sollte. Bei gutem gesundheitlichem Zustand und mit guter Vorsorge steht dann in den meisten Fällen einer späteren glücklichen Mutterschaft nichts im Wege.

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